Bilderbücher

Mach`s gut, Eichhörnchen“ von Cee Neudert, Thienemann Verlag (2021)

 

Es sollte ein schöner, entspannter Waldspaziergang werden....

Die Großmutter und ihre Enkelin „spielen Verstecken und klettern ein bisschen auf die Bäume“.

Bis sie auf ihrem Weg ein totes Eichhörnchen finden.

Behutsam nehmen sich die beiden Zeit und Beobachten den toten Nager ganz genau. Das Tier sieht aus, als schliefe es friedlich. „Ich wundere mich, wie das Eichhörnchen nur so still liegen kann.“

Gemeinsam beschreiben sie die sichtbaren, äußeren Merkmale des Tieres und tauschen sich über die Besonderheiten von Eichhörnchen grundsätzlich aus.

Der doppelseitigen Illustration des toten Nagers folgt eine kleinere Bildserie, die den Verwesungsprozess skizziert. Stets mit Bedacht und ausschließlich biologisch chronologisch.

So wird irgendwann aus den Überresten des Hörnchens neues Leben entstehen.

Ein Buch über Leben und Tod, vom Kreislauf des Lebens.

Natürlich abgeklärt und anschaulich verpackt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive des namenlosen Mädchens erzählt. Großmutter und Enkelin werden von der hinterbliebenen Familie des toten Eichhörnchens, die sich in den umliegenden Bäumen versteckt halten, permanent beobachtet. Eine wunderbar lebendige Ergänzung zur eher trüben Thematik.

Die Farbwahl der Illustrationen ist besonders gut gelungen und trifft den Ton der Geschichte ausgezeichnet.

Es sind die Feinheiten in den Bildern und der selbstverständliche Umgang mit dem Tod, die das Buch zu etwas Außergewöhnlichem werden lassen.

 

Anja Kuypers

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Mach`s gut Eichhörnchen

Cee Neudert

Illustrationen von Lena Winkel

Thienemann Verlag (2021)

gebunden, 32 Seiten

ISBN  978-3522459266

14 €

Argos – Die Geschichte von Odysseus` treuem Freund“ von Isabelle Wlodarczyk, Knesebeck Verlag (2021)

 

Durch dieses Buch können besonders jüngere LeserInnen bestens an die interessante, griechische Mythologie herangeführt werden, ohne das es langweilig oder angestaubt wirkt.

Erzählt aus der Ich-Perspektive des Hundes Argos, wird die Geschichte von Odysseus beschrieben und passend illustriert.

Der treue Weggefährte des griechischen, groß gewachsenen Helden lebt zufrieden und glücklich mit seiner Frau Penelopé sowie dem gemeinsamen, jungen Sohn Telemachos auf der Insel Ithala. Odysseus und Argos sind beste Freunde. Das Vertrauen zwischen Mensch und Tier könnte kaum größer sein. Als der Krieg ausbricht, wird Odysseus einberufen. Noch bevor er seine Familie zurücklassen muss, beauftragt er Argos, Telemachos zu beschützen.

Trotz der Sehnsucht nach seinem Herrchen, erfüllt er dessen Wunsch und nimmt sich des kleinen Jungen an. Wie wunderbar wäre es, wenn Odysseus zu seinem Sohn und Hund zurückkehren könnte. Telemachos und Argos sitzen täglich am Strand und schauen erwartungsvoll auf das offene Meer, verbunden mit der Hoffnung, sein Schiff möge am Horizont auftauchen.

Telemachos hält es eines Tages nicht mehr aus und macht sich selber auf die Suche nach seinem Vater. Der Hund bleibt, bereits altersgeschwächt zurück, kümmert sich um Penelopé und hält weiterhin täglich Ausschau nach den Kriegsrückkehrern.

Es rührt zu Tränen, wenn Odysseus nach zahlreichen Irrfahrten und nach über zehn Jahren zu seiner Insel und Familie zurückkehrt. Der alte Hund erwartet ihn und kann nun endlich loslassen...

Diese aufopfernde, grenzenlose Liebe zwischen Mensch und Tier wird hier bestens dargestellt und gekonnt in Szene gesetzt.

Eine geschickte Idee, die Vermittlung von geschichtlichem Wissen mit einer Geschichte, erzählt aus der Sicht eines Tieres zu verknüpfen.

Die verwendeten Illustrationen orientieren sich in weiten Teilen an damaligen Malereien.

Ein gelungenes Buch, das gerne empfohlen wird.

 

Anja Kuypers

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Argos – Die Geschichte von Odysseus` treuem Freund

Isabelle Wlodarczyk

Illustrationen von Alice Beniero

Knesebeck Verlag (2021)

gebunden, 40 Seiten

ISBN 978-3957285270

14 €

Aus heiterem Himmel“ von Jon Klassen, NordSüd Verlag (2021)

 

Der zurecht mehrfach prämierte kanadische Autor Klassen brilliert erneut mit diesem neuen Bilderbuch.

Es erzählt die Geschichte von einer Schildkröte mit Hut, die ihren Lieblingsplatz an einer einzigen Blume ohne Blätter, dafür mit roter Blüte gefunden hat. Inmitten einer kargen Landschaft mit Wüstencharakter ist dieses Pflänzchen tatsächlich eine Ausnahme und verleiht der Umgegend etwas Farbe. Es wundert also nicht, dass die Kröte sich diesen Platz ausgesucht hat.

Unweit von ihr hat es sich ein Nager, ebenfalls mit Hut auf dem Kopf, an einem einzelnen Pflanzenstängel bequem gemacht und nennt diesen Platz seinen absoluten Lieblingsort.

Aber welches ist denn nun der bessere Ort? Die beiden tierischen Protagonisten tauschen sich über die Vor- und Nachteile aus und testen abwechselnd die jeweiligen ausgelobten Örtlichkeiten.

Der Nager kommentiert an Schildkrötes Blume: „Ich habe ein ungutes Gefühl, ehrlich gesagt.“

Und zwar zurecht. Denn der aufmerksame Leser ist schlauer, als die HandlungsteilnehmerInnen.

So stellt der Autor direkt zu Beginn der Geschichte den vom Himmel herabstürzenden Felsen dar.....

Eine Schlange mit Käppi ergänzt die Gruppe, und alle drei beginnen über die Zukunft zu philosophieren.

Klassen gelingt – wie immer – eine wunderbar, entspannte Darstellung der Szenerie mit jeder Menge Humor und einer unerwarteten Wendung.

In den fünf Kapiteln des kurzweiligen Bilderbuches sind die Redebeiträge der Handlungsteilnehmer in unterschiedlichen Farben dargestellt – dialogisches Lesen bietet sich an.

Zudem spielt der Autor mit Schriftgrößen und -arten, sodass der jeweilige Erzählton bestens abzulesen ist.

Hier ist der Himmel wirklich heiter!

 

Anja Kuypers

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Aus heiterem Himmel

Jon Klassen

NordSüd Verlag (2021)

gebunden, 96 Seiten

ISBN  978-3314105739

18 €

Der Nächste, bitte!“ von Michael Escoffier, Moritz Verlag (2021)

 

Die Geschichte spielt in einer Tierarztpraxis. Im Wartebereich sitzen Elefant Krokodil, Hase & Co und warten auf ihre Behandlung.

„Der Nächste, bitte!“, ist zu lesen, wenn der Arzt den Kopf durch die Tür steckt und die Patienten nacheinander, zu sich in das Sprechzimmer bittet.

Das Krokodil darf als erstes eintreten. Es klagt über Zahnweh, und prompt entdeckt der Arzt den Stängel eines Lutschers, der sich zwischen den mächtigen Zähnen verankert hat.

Beim Elefanten entfernt er professionell einen Kaugummi, der im Rüssel feststeckt.

Wer genau aufpasst und richtig durchzählt, wird schnell feststellen, dass die Patienten im Wartezimmer immer weniger werden. Obwohl sie noch nicht vom Arzt hereingebeten und untersucht wurden. Warum ist das so?

Als nächstes ist der Wolf dran. Er leidet angeblich unter Halsweh und lässt sich vom Arzt tief in den Mund und Rachen schauen. Viel zu tief......

Bis dahin ist die Geschichte für die Allerkleinsten, in Form eines Dicke-Pappe-Buches, wunderbar kindgerecht und kreativ gestaltet.

Jedem, zu behandelnden Tier, wird eine andere Hintergrundfarbe auf den Seiten gewidmet, und die comicartige Aufmachung des Textes, in Form von Sprechblasen, passt sich den überaus gelungenen Illustrationen bestens an.

Manche abgebildeten Geräuschwörter sowie die kurzen Dialogszenen regen zum Mitmachen, zum Nachahmen an.

Das offene Ende der Geschichte sollte in elterlicher Begleitung aufgefangen und final fortgeführt werden. Vielleicht bieten sich die Ideen weiterer, tierischer Patienten an, die das eigentlich vorhersehbare Ende der Geschichte ein wenig verharmlosen und weniger dramatisch erscheinen lassen. Ein Buch mit Potential.

 

Anja Kuypers

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Der Nächste, bitte!

Michael Escoffier

Illustrationen von Matthieu Maudet

Moritz Verlag (2021)

Dickpappe, 30 Seiten

ISBN 978-3895654039

9,95 €

Auf zum Markt – Eine Wimmelbilder-Geschichten“ von Doro Göbel und Peter Knorr, Beltz und Gelberg Verlag (2021)

 

Das textlose, großformatige Bilderbuch ist mehr als ein klassisches Wimmelbuch.

Es illustriert die Antworten auf Fragen, wie „Welche Stände gibt es auf einem Markt und woher kommen die Waren eigentlich?“

Der Verlauf der Nahrungskette wird am Beispiel der Hofgemeinschaft Wiesengrund dargestellt.

Dort wird so einiges produziert, abgefüllt oder angebaut. Vom Honig bis zum Käse, über die Obst-, Gemüse- und Heuernte sowie dem Einsammeln der Eier der hofeigenen Hühnerschar und die Woll-Manufaktur.

Auf dem Hof herrscht ein buntes Treiben. Da büxt auch schon mal ein Schaf aus, und Hunde laufen zwischen den spielenden Kindern umher, die sich auch mal ein Bad im hofeigenen Teich gönnen. Da möchte man auch Kind sein...

Zwischen den abgebildeten Werkstätten, Gewächshäusern und Feldern gibt es Vieles zum Entdecken.

Gut gelaunte Menschen bestücken die Lastwagen, um sich dann in einer Kolonne auf den Weg zum Markt zu machen. Von Seite zu Seite wächst die Anzahl der Transportmittel und Konsumgüter.

Auf dem Markt wartet bereits die hungrige und neugierige Kundschaft auf die neuen Waren.

Das Buch zeigt einmal mehr auf, wie wichtig gesunde, regionale Kost ist. Essen kann eben doch Spaß machen!

Die sehr ansprechenden Zeichnungen machen Lust auf mehr und bieten eine perfekte Bühne zur spielerischen Sprachförderung mit Kindern.

 

Anja Kuypers

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Auf zum Markt

Doro Göbel und Peter Knorr

Beltz und Gelberg Verlag (2021)

gebunden, 16 Seiten

ISBN 978-3-407-75494-3

14 €

Herr Grau und Frieda Fröhlich“ von Binette Schroeder, NordSüd Verlag (2021)

 

Professor Ernst Grau: stets adrett gekleidet, in feinem Zwirn mit Regenschirm und Ausgehhut.

Der innen und außen sehr aufgeräumt wirkende Mann mit hängendem Schnurrbart macht seinem Namen alle Ehre: er und seine Umgebung sind immer grau dargestellt. Jeder noch so kleine Farbtupfer fehlt. Selbst sein schwarzer Hund Tuffa wedelt nicht mehr mit dem Schwanz. Und der graue Kanarienvogel Pong hat das Singen eingestellt. Herr Grau fällt in seiner eigens geschaffenen Tristesse kaum mehr auf.

Ganz im Gegensatz zu seiner Nachbarin Frieda Fröhlich. Je bunter, desto besser! lautet ihr Motto. Sie liebt das Werkeln im farbenprächtigen Garten, gemeinsam mit ihrem Zwergschwein Rosa. Frieda malt gerne, und sie schafft es, dass ihre farbenfrohen Bilder auf magische Weise lebendig werden.

Bereits auf der zweiten Doppelseite teilt Schroeder den optischen Vergleich mit ihren LeserInnen und skizziert die beiden Häuser und Gärten im direkten Vergleich: deprimierende Grau-Schattierungen neben fröhlicher Farbenpracht.

Als sich eines Tages der von Frieda gemalte kleine, gelbe Vogel von der Leinwand auf den Weg zu Herrn Grau, in den benachbarten Betonbau macht, ändert sich plötzlich alles....

Und als der Professor auch noch in Friedas wunderschöne graublauen Augen blickt, ist es gänzlich um ihn geschehen. Eine innige Freundschaft entsteht, und Farbe hält Einzug in seinem tristen Leben.

Im Text spricht Binette Schroeder die kleinen LeserInnen direkt an und fordert durch geschicktes Fragen stellen zur Ausgestaltung der Geschichte auf.

Gib dem Leben mehr Farbe! So die Botschaft des Buches, dass eine simple Geschichte gut umsetzt und anschaulich gestaltet.

 

Anja Kuypers

 

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Herr Grau und Frieda Fröhlich

Binette Schroeder

NordSüd Verlag (2021)

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3314105715

15 €

Entenblau“ von Lilia, Mixtvision Verlag (2021)

 

Das Buch ist eine wahre Farbverschmelzung von Blau und Weiß.

Es beginnt mit der Darstellung einer Szene, in der ein großes Krokodil eine kleine Ente behutsam im Arm hält, und gemeinsam schauen sie in die Ferne.

„Vor vielen Jahren sind sich die Ente und das Krokodil hier zum ersten Mal begegnet. Der blaue Teich ist ein Ort der Erinnerung.“

In der nun folgenden Rückblende wird die Geschichte vom gemeinsamen Lebensweg der beiden erzählt. Es beginnt vor Jahren, als die Ente das kleine, allein gelassene Krokodil von einem Felsen im blauen Teich rettet. Sie kümmert sich fortan um das Tierbaby und bringt ihm alles bei, was es wissen muss.

Die Zeit vergeht, und beide werden älter. Das Krokodil wächst schnell herein, und die „Erinnerungen der blauen Ente verblassen.“ nach und nach.

Liebevoll kümmert sich nun das Krokodil um sie. Mit einer Selbstverständlichkeit übernimmt nun das Reptil die Pflege des Vogels.

So wie einst die Ente im blauen Teich auf dem Rücken schwimmend das Krokodil auf dem Bauch an das Wasser gewöhnte, trägt nun das Krokodil die Ente sanft durch den Teich und erinnert an vergangene Zeiten.

Ein schönes Bild, dass sich in anderem Kontext wiederholt.

Ein Sinnbild für bedingungslose Liebe und grenzenloses Vertrauen in einer Welt des Vergessens.

Mit ausdrucksstarken Zeichnungen in dieser Zwei-Farben-Welt gelingt der koreanischen Autorin und Illustratorin eine pointierte, liebevolle Hommage an den Verlauf des Lebens.

Sie spielt mit Gegensätzen und schreibt dem blauen Teich eine Verbinder-Rolle zu. Sehr gelungen.

 

 

Anja Kuypers

 

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Entenblau

Lilia

Mixtvision Verlag (2021)

gebunden, 46 Seiten

ISBN  978-3958541788

15 €

Ich bin wie der Fluss“ von Jordan Scott, Aladin Verlag (2021)

 

Flüsse fließen nicht immer ruhig oder gerade daher. Steine im Flussbett, umgeknickte Baumstämme vom Wegesrand oder kleinere Untiefen können die Laufgeschwindigkeit sowie die Fließrichtung beeinflussen.

Dieses wunderbaren Bildes bedient sich der Autor in diesem künstlerisch illustrierten Bilderbuch und thematisiert das Stottern.

Er war und ist selber von der Sprachbeeinträchtigung betroffen, worüber er in in einem persönlichen Wort zum Ende des Buches berichtet.

Die Kreation dieser Geschichte basiert auf einer wahren Begebenheit.

In diesem Buch skizziert er einen kleinen Jungen und erzählt in der Ich-Perspektive desselben von den Erlebnissen eines einzigen Tages.

„Wenn ich aufwache, dann höre ich den Klang von Wörtern. Aber ich kann sie nicht sagen.“, Deshalb bleibt er lieber „stumm wie ein Stein“ und verkriecht sich in der Schule aus Angst, er müsse etwas sagen.

Teils poetische Texte begleiten die beeindruckenden Illustrationen und geben ihnen noch mehr Ausdruck. Der Text lebt von Vergleichen und Metaphern sowie Personalisierungen.

Die Sprache steckt in dem Jungen fest. Dabei würde er sie so gerne frei lassen und den Klang der Wörter nicht nur in sich spüren, sondern tatsächlich hören können.

Der einfühlsame Vater des Jungen kennt seinen Sohn ganz genau. Er weiß, wann es wieder Zeit ist, an den Fluss zu fahren. Mit Bedacht und Vorsicht nimmt er seinen Sohn in den Arm und beginnt zu erzählen....

Es ist nicht immer leicht, im Leben den passenden Ton und das richtige Wort zu finden.

Dem Autor gelingt eine äußerst sensible Auseinandersetzung rund um das Stottern und seinen Begleitsymptomen.

Ein Gesamtkunstwerk über Vertrauen und Mut und eine wunderbare Vater-Sohn-Beziehung.

 

Anja Kuypers

 

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Ich bin wie der Fluss

Jordan Scott

Illustrationen von Sydney Smith

Aladin Verlag (2021)

gebunden, 44 Seiten

ISBN 978-3-8489-0197-5

18 €

Balto und Togo – Dramatische Rettung in Eis und Schnee“ von Lena Zeise, Gerstenberg Verlag (2021)

 

Die Geschichte ist wahr und handelt von einem außergewöhnlichen Hundeschlitten-Rennen, in dem jede Minute zählt.

Die im äußersten Westen Alaskas gelegene Kleinstadt Nome wurde eigens wegen der damaligen Goldgräberflut 1901 gegründet.

„Kaum einer wusste um die harten Bedingungen, die hier im Winter herrschten. Ohne den Goldrausch wäre wohl kein Mensch auf die Idee gekommen, eine Stadt an dieser entlegenen Küstenregion zu bauen. Ein Ort, der mehr als sieben Monate im Jahr vom Eis eingeschlossen war, mit tagelangen Schneestürmen und berechenbaren Gezeiten.“

Jedes Jahr, kurz vor dem Wintereinbruch gibt es „ein letztes Schiff“, das Nome mit wichtigen Waren für die kalte Jahreszeit versorgt. Danach sind die Einwohner bis zum darauffolgenden Frühjahr auf sich alleine gestellt.

Ohne die Schlittenhunde-Gespanne wäre damals ein Überleben vor Ort schier unmöglich gewesen.

„Fast jeder Einwohner der Stadt besaß ein eigenes Hundegespann.“

Anfang des Jahres 1925 bricht in Nome Diphterie aus. Um die Krankheit, die sich pandemieartig ausbreiten kann, in den Griff zu bekommen, braucht es ein Gegengift aus der Großstadt.

Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und dort, wo die Technik an ihre Grenzen kommt, setzt man auf die Muskelkraft der Schlittenhunde. Sie vollbringen enorme Leistungen, wenn sie trotz unendlicher Eiswüsten und nicht enden wollender Schneestürme die zugewehte Wegstrecke erschnüffeln.

Dank der legendären Gespanne kann das nötige Gegengift in die entlegene Gegend Alaskas gebracht und somit hunderte Menschenleben gerettet werden.

Besonders eines der Gespanne für die letzte Etappe mit ihrem Leithund Balto machte Furore.

Ein überaus gelungener Ausflug in längst vergangene Zeiten in Form eines Sachbuches mit Romancharakter.

Die LeserInnen erhalten einen sehr guten Eindruck der damaligen Lebensumstände.

Auf den Umschlagseiten wird die zurückgelegte Strecke bis Nome abgebildet, und man gewinnt einen Eindruck von dem enormen Aufwand für Mensch und Tier.

Jede Illustration, sei es farbig oder schwarz/weiß, gleicht einem Kunstwerk und gibt dem Buch noch einmal mehr Wert auf dem Weg zum echten Schatz.

 

Anja Kuypers

 

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Balto und Togo

Lena Zeise

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

ISBN  978-3836960700

22 €

 

Wo die Toten zu Hause sind“ von Christine Hubka, Tyrolia Verlag (2021)

 

Wie und wo leben die Menschen eigentlich? Sie können in Iglus, in Zelten, aber auch in Wohnwagen oder Häusern wohnen. Und geht es ihnen dort gut? Wo wohnen eigentlich Tiere? Vögel bauen sich beispielsweise Nester und Füchse hausen in ihrem Bau.

Nach einer anfänglichen, exemplarischen Übersicht möglicher Lebensumstände, nähert sich die Autorin, die zugleich Pfarrerin und Seelsorgerin ist, der Frage nach dem Danach.

Was passiert, wenn Menschen und Tiere sterben? Wohin gehen sie, und leben sie überhaupt anderswo weiter?

Kindgerecht bleibt sie bei dem Bild der Wohnsituationen und stellt die Möglichkeit, diverser anderer Wohnungen nach dem Tode auf.

Im skizzierten Himmel gibt es für jedes Lebewesen eine Unterkunft.

Im Text sowie in den Illustrationen tauchen Gott und Jesus auf. Und trotzdem ist dieser Titel kein ausnahmslos klassisch religiöses Bilderbuch.

Es kann losgelöst von der christlichen Thematik gut als Buch im Gespräch mit Kindern über den Tod und das Danach genutzt werden. So beschreibt sie einen Ansatz, wie es nach dem Sterben weitergehen könnte...

Als ausgebildete Seelsorgerin geht die Autorin im Anhang zusätzlich näher auf die kindliche Wahrnehmung des Themas Tod ein und findet Antworten auf die Frage „Soll man Kinder auf eine Beerdigung mitnehmen?“.

Ergänzend fügt sie die im Text verwerteten Bibelstellen zum „Nachlesen auf einen Blick“ bei.

 

Anja Kuypers

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Wo die Toten zu Hause sind

Christine Hubka

Illustrationen von Nina Hammerle

Tyrolia Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3702225124

16,95 €

Drei Herren“ von Helga Bansch, Tyrolia Verlag (2021)

 

Drei Herren in Anzug und Krawatte sowie einem Regenschirm als Spazierstock, flanieren durch einen Park. Die scheinbar gut situierten Männer berichten einander von der letzten Ballonfahrt in Afrika, von der Arbeit des Gärtners im hauseigenen Grün sowie von der Installation einer neuen Alarmanlage in der eigenen Villa.

„Wer rastet, der rostet!“, stellen sie fest, als sie sich zu tieferen Gesprächen auf einer Bank niederlassen.

Durch denselben Park laufen zeitgleich drei weitere Männer. In einfacher Bekleidung und mit Basecaps, tief ins Gesicht gezogen. Auch sie unterhalten sich. Der eine berichtet von den kärglichen Einnahmen seines Jobs als Zeitungsverkäufer, der nächste vom Schlafen im Park und der Dritte von einem Luftballon als Highlight aller Geschenke zum Geburtstag seiner kleinen Tochter.

„Ja, so ist das!“, stellen die drei unisono fest, und es scheint, als ergeben sie sich ihren ärmlichen Umständen.

Die Leben aller Männer könnten nicht unterschiedlicher sein.

Auf einmal beginnt es zu regnen. Zunächst sind die Herren unter ihren Regenschirmen gut geschützt. Doch dann kommt ein Sturm auf, und der Wind weht alle wichtigen Accessoires fort.

Welch eine gelungene Szenerie in diesem Buch, um deutlich zu machen, dass am Ende alle Menschen gleich sind. Unabhängig von der sozialen, religiösen oder kulturellen Herkunft.

Der Autorin gelingt eine gute Gegenüberstellung von Gegensätzen und löst die Situation im Park, als einzigem Handlungsort, geschickt und kritikfrei auf.

Unaufgeregt und pointiert bringt sie die Wahrheit auf den Punkt.

Helga Bansch illustriert selber, und sie findet den passenden Strich zum Text. Sehr gelungen!

 

Anja Kuypers

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Drei Herren

Helga Bansch

Tyrolia Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 26 Seiten

ISBN 978-3702238629

16,95 €

Kein Bett in der Nacht“ von Maria Inés Almeida, Knesebeck Verlag (2021)

 

Der Originaltitel des bereits 2019 erschienenen, portugiesischen Buches „Sem Abrigo“ bedeutet Obdachlose.

Das Buch beginnt mit einer kurzen Erläuterung, was Obdachlose eigentlich sind:

„Obdachlose sind Menschen, die aus finanziellen und/oder sozialen Gründen keinen festen Wohnsitz haben und deshalb auf der Straße oder in einem improvisierten Unterschlupf leben.“

Gemeinsam mit ihrem Sohn verfasst die Autorin den Text in der Ich-Perspektive eines kleinen Jungen, der erstmalig Menschen ohne ein Zuhause wahrnimmt.

Die Obdachlosen tragen ihr Haus immer mit sich, immer in ihren Herzen.

Die Illustrationen greifen die Gegensätze der Lebensumstände unterschiedlicher Menschen wunderbar auf. Wenn es regnet, ist manch einer geschützt, andere nicht....

Über die Jahre erwächst aus der kindlichen Naivität des Jungen der Drang nach Wissen.

Warum leben die Menschen eigentlich auf der Straße? Nach und nach erfährt er die Gründe manch Betroffener, und es entstehen Beziehungen zu Obdachlosen in seiner Stadt.

Der Junge beginnt sich für die Menschen einzusetzen, spendet Kleidung und ist bemüht, deren Wünsche zu erfüllen. Jeder Mensch sollte ein Zuhause haben.

Die Umschlagseiten des Buches, das fast gänzlich ohne wörtliche Rede auskommt, zieren zahlreiche Abbildungen von Häusern.

Wie kann es sein, dass manche Menschen traurig sind, obwohl sie ein Haus haben?

Sein Unverständnis erdet die LeserInnen und regt zum Nachdenken an.

Ein Buch, das still aufzeigt, wie wertvoll eine Unterkunft sein kann.

ZUFRIEDENHEIT lautet eines der Motive, die das Bilderbuch wunderbar thematisiert.

 

Anja Kuypers

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Kein Bett in der Nacht

Maria Inés Almeida

Illustrationen von Cátia Vidinhas

Knesebeck Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3957284877

14 €

Interview mit einem Tiger und anderen wilden Tieren“ von Andy Seed, Knesebeck Verlag (2021)

 

In der Einleitung erklärt der Autor zunächst, wieso er überhaupt mit Tieren sprechen kann.

Aus diversen Haushaltsgegenständen hat er sich einen Übersetzer gebastelt und interviewt nun Tiere zu deren Lebensgewohnheiten und Wohnräumen.

Er trifft zehn, vornehmlich wilde Tiere. Darunter zum Beispiel ein Wolf, ein Ameisenbär, ein Honigdachs und natürlich ein Tiger.

Jedem Wildtier lässt der Autor in seinen Interviews gewisse Charaktereigenschaften zukommen.

So ist der Wolf sehr überheblich als er dem Reporter unmissverständlich zu verstehen gibt, dass dieser „keine Ahnung“ habe.

Der gechillte Ameisenbär hingegen antwortet auf die Frage, ob er Kinder habe, nur beiläufig und abwinkend: „Vielleicht, wahrscheinlich. Naja, wir Typen sind ziemliche Einzelgänger (…).“

Während dem Faultier bei der Befragung eher nach Scherzen zumute ist, gähnt der Eisbär beim Antworten mehrfach herzhaft, und die LeserInnen erfahren, was sich hinter dem „Fast Food“ eines Gürteltiers verbirgt.

Kein Wunder, dass das Lieblingslied des Tigers „Eye of the tiger“ ist. Außerdem verrät dieser ein paar Tricks zum erfolgreichen Anpirschen auf der Jagd.

Ein Sachbuch mit Erzählcharakter. Spielerisch und kindgerecht widmet der Autor jedem Tier vier Seiten und stellt sie dort auf unnachahmliche Weise vor.

Eine bunte Mischung von interessant bis witzig. Für jeden etwas dabei.

Wunderbar dargestellt und dringend zur Ergänzung eigener Interviews mit weiteren Tieren empfohlen. Die Phantasie kennt hier keine Grenzen...

Zum Ende des Buches werden manche, vom Aussterben bedrohte Tierarten vorgestellt.

Ein Quiz zu den Tieren aus dem Buch rundet das Ganze ab und verspricht in Summe ein abwechslungsreiches Buch.

 

Anja Kuypers

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Interview mit einem Tiger und anderen wilden Tieren

Andy Seed

Illustrationen von Nick East

Knesebeck Verlag (2021)

Kinderbuch

gebunden, 48 Seiten

ISBN  978-3957284853

14 €

Armin, der Buchhändler“ von Rotraut Susanne Berner, Gerstenberg Verlag (2021)

 

Die Kreateurin der Ortschaft Wimmlingen – Autorin und Illustratorin Rotraut Susanne Berner – nimmt die LeserInnen mit in den Buchladen des bekannten Dorfes, in dem es immer etwas zum Entdecken gibt.

Der Buchhändler Armin und kümmert sich mit Leib und Seele um die Kunden und seine Bücher.

„Für alle, die gern Bücher lesen, steht Armin hinter seinem Tresen.“

Groß und Klein erfahren etwas über Armins Arbeit, der gerne Bücher stapelt und sortiert, die Kundschaft berät, Belege kontrolliert und allabendlich das Geschäft aufgeräumt verlässt.

Aber wenn er morgens in seinen Laden zurückkehrt, fragt er sich: „Warum bleibt es nicht ordentlich?“ Die Bücher liegen verstreut am Boden und Regale wurden verrückt.

Nur ein Kind kennt die Antwort: „Nachts werden doch die Bücher wach!“

Dieses Buch ist kein klassisches Wimmelbuch. Es erzählt vielmehr die Geschichte von Armin und seinem Buchladen in Wimmlingen. Mit simplen, in Großbuchstaben abgebildeten Paarreimen erfahren die LeserInnen etwas aus dem beruflichen Alltag eines Buchhändlers.

Auffällig ist die Bandbreite der bekannten Kinderbücher, die in seinem Geschäft zu finden sind.

Die Buchrücken zeitloser Klassiker, wie Peterchens Mondfahrt, Das kleine Gespenst, Der Räuber Hotzenplotz oder Die kleine Raupe Nimmersatt sind auf den ersten Blick erkennbar.

Das sehr nett und liebevoll gemachte Dickpappe-Bilderbuch spricht vor allem jüngere Kinder an. Eine weitere Möglichkeit, sie frühestmöglich mit Büchern und deren HeldInnen vertraut zu machen.

Denn eins haben alle Bücher, gleich welchen Inhalts oder Herkunft, gemeinsam: sie wollen gelesen werden!

 

Anja Kuypers

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Armin der Buchhändler

Rotraut Susanne Berner

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch - Dickpappe

gebunden, 16 Seiten

ISBN 978-3836961455

12 €

Nur ein kleines bisschen“ von Olivier Tallec, Gerstenberg Verlag (2021)

 

„Ein Baum ist superempfindlich, man muss gut auf ihn aufpassen“, erkennt das Eichhörnchen, während es schlafend auf einem Ast liegt und diesen herzlichst umarmt. „Und man muss sich um ihn kümmern, wie um einen Freund.“

Kaum ist das hektische Hörnchen wach, wird es sich selber und seinen Vorsätzen untreu. Zunächst bedient es sich der Zapfen des Baumes, bevor es in Folge die Nadeln verwendet. „... er hat so viele davon....(...). Einen darf ich mir noch nehmen.“

Als nächstes nutzt es die Zweige, die Äste, am Ende sogar den Stamm.

Was sich erst wie eine Anleitung zur optimalen Pflege eines Baumes anliest, entpuppt sich als räuberische Meisterleistung eines Eichhörnchens. Vom Baumretter zum Selbstversorger.

In der Ich-Perspektive des Hörnchens und in direkter Ansprache der LeserInnen, entschuldigt es sich mit Ausreden für sein Tun und beruhigt sich selber, dass alles in Ordnung sei. „... gar kein Problem.“

Mit viel Ironie und einigen Doppeldeutungen im Gepäck, wird hier die Geschichte eines Tieres witzig erzählt, dass zwischen Gut und Böse pendelt.

Das Buch sollte mit den Kindern gemeinsam angesehen und besprochen werden, sodass das Leseverständnis garantiert ist.

Zum Ende der Geschichte findet der tierische Protagonist eine gute Lösung für sich und den Baum. Wären da nur nicht die neugierigen Menschen....

Aber: „Eichhörnchen sind ebenfalls sehr empfindlich, und man muss gut darauf aufpassen!“

 

Anja Kuypers

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Nur ein kleines bisschen

Olivier Tallec

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 36 Seiten

ISBN  978-3836961219

13 €

Tiger Theo in der Tiefsee“ von Sheron Rentta, Gerstenberg Verlag (2021)

 

Was verbindet man mit einem Tiger? Stärke, Jagdsinn, Mut und Willenskraft sind nur einige Attribute, die das eigentliche Raubtier gut beschreiben.

Es ist erwiesen, dass Tiger gerne schwimmen. Dass sie aber auch gerne tauchen, konnte bislang nicht bestätigt werden.

Tiger Theo ist das genaue Gegenteil aller landläufiger Meinungen über die Großkatzen.

Theo lebt mit seiner Mutter und seinem jüngeren Geschwisterchen zusammen.

Er ist gut erzogen und liest für sein Leben gern. Am liebsten Bücher über das Tauchen und die Tiefsee.

Seine Mutter erfüllt ihm eines Tages den Traum einer Tauchausrüstung, und Theo kann endlich die Unterwasserwelt kennenlernen. Fasziniert und beglückt taucht er ab und lernt erstmals kunterbunte Fische kennen.

Aber Theo will mehr. Er möchte die Tiefsee kennenlernen. Dazu bedarf es eines Tauchbootes, welches er mit Hilfe des Bisons, das als Hobbybastler jede Menge metallische Gegenstände und sogar ein Schweißgerät besitzt, fertigstellt.

Und es kommt der Tag, an dem er endlich die Tiefsee erforschen kann.

„Theo war der allererste Tiger, der all dies zu Gesicht bekam.“

Leider endet die gut aufbereitete Geschichte just in dem Moment, als Theo abtaucht.

Es folgt ein Sachausflug über berühmte Meeresforscher wie Jacques Cousteau oder Sylvia Earle sowie ein Beitrag über den Klimaschutz und die Vermüllung der Meere.

Vermutlich hätten sich die LeserInnen eine Fortführung der hübschen Geschichte gewünscht, in der verschiedene Tiere personalisiert werden.

Begleitet von ansprechenden Illustrationen, eingebettet in sprachliche Wirkmomente, wie das Spiel mit Alliteration „Tiger taucht in Tiefsee“, schürt die Geschichte Neugier, sich mit dem Element Wasser zu beschäftigen.

 

Anja Kuypers

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Tiger Theo in der Tiefsee

Sheron Rentta

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3836961288

14 €

Die Mondblume“ von Einar Turkowski, Gerstenberg Verlag (2021)

 

„Die Mondblume“ erschien erstmalig bereits im Jahr 2009. Einar Turkowski gewann mit dem Titel bereits den Grand Prix des 45. Golden Pen of Belgrade, erhielt eine Auszeichnung in der Sparte Bilderbuch der Dt. Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. und wurde in die Auswahlliste des Rattenfänger-Literaturpreises aufgenommen.

Der vielfach prämierte Autor und Illustrator brilliert mit seinen schwarz/weiß Bleistiftzeichnungen und seinem besonderen Erzählton.

In diesem Buch schreibt er über Herrn Ribblestone, der auf einer kleinen Insel lebt und seinen Garten mit all seinen Facetten liebt.

„Jede Ecke roch anders. Wurde man im oberen Bereich des Gartens von leicht süßlichem Duft empfangen, empfand man in schattigeren Lagen eher eine herbe Frische.“

Jeder Winkel des Gartens hält etwas Besonderes vor und beherbergt zahlreiche Tiere sowie außergewöhnliche Pflanzen.

„Der Mann war also nie allein.“ Gäste hingegen kommen eher selten, was ihn nicht stört.

Während der täglichen Gartenarbeit entdeckt Ribbelstone einen neuen Sprössling. Der versierte Gärtner kann die Pflanze einfach keiner, ihm bekannten Gattung zuordnen. Aber sie verlangt seine ganze Aufmerksamkeit. Er spricht mit ihr, pflegt sie mühevoll und trinkt seine letzte Tasse Kräutertee vor dem Zubettgehen in ihrem Beisein. Es scheint eine besondere, seltene Pflanze zu sein, deren Blüte sich partout nicht öffnen will.

Bis eines Nachts der Vollmond in all seiner Pracht und Kraft am Himmel erscheint....

Ein Buch für die Sinne. Turkowski schafft es, dass man beim Lesen entspannt.

Die Geschichte strahlt eine außerordentliche Ruhe aus.

„Skizze zur Reinzeichnung“ - im Anhang sind drei Entwürfe abgebildet, aus denen im Laufe des Entstehungsprozesses der Geschichte die finalen Illustrationen wurden.

Das Buch enthält viele Ein- und Ausdrücke, die nicht nur GartenliebhaberInnen gefallen werden.

 

Anja Kuypers

 

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Die Mondblume

Einar Turkowski

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3836960724

15 €

Chick“ von Sebastian Meschenmoser, Thienemann Verlag (2021)

 

In Meschenmosers „beinahe wahrer“ Geschichte erzählt er von sechs Küken, die in einen Stadtgarten einziehen. Allen voran der kleine Chick, der davon träumt in der Schar einmal Bosshahn zu werden.

Gäb es da nicht Henriette, die ständig das Sagen hat und weiß, sich durchzusetzen...

Chick möchte DER Retter, DER Anführer und DER starke, mutige Held unter allen sein.

Tatsächlich ist er aber das kleinste aller Küken, dem viel zu häufig aus Versehen auf dem Kopf herumgetrampelt wird und das essen muss, was übrig bleibt.

Aber Chick lässt sich nicht entmutigen und träumt seine persönliche Helden-Karriere, die Meschenmoser im Buch als kurze Comic-Strips darstellt.

Zum Ende der Geschichte kommt es anders, als vermutet....

Es gilt nicht immer das Offensichtliche, sondern es sind die überraschenden Momente, die das Leben ausmachen. Und irgendwann erhält man doch noch seine große Chance.

Das Buch punktet mit seinen wunderbaren Bleistiftzeichnungen, die den Text über Diversität harmonisch begleiten. Hier werden keine Rollenklischees bedient. Und das ist auch gut so!

Chick - ein flauschiges Küken, das man einfach liebhaben muss.

 

Anja Kuypers

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Chick

Sebastian Meschenmoser

Thienemann Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 64 Seiten

ISBN 978-3522459693

16 €

Es tanzt ein MiMaMonsterchen“ von H. C. Artmann, Tyrolia Verlag (2021)

 

Dieses Pappbilderbuch für Kleinkinder erscheint im Rahmen der Reihe buchstart.at in Österreich und bildet eine Adaption des bekannten Kinderliedes „Es tanzt ein BiBaButzemann“ ab. Das Original stammt vermutlich in seiner Erstfassung von Jacob Grimm, der es Anfang des 19. Jahrhunderts aus seinen Erinnerungen niederschrieb.

H.C. Artmann verpasst diesem eingängigen Lied nun einen moderneren Schliff und lässt den Butzemann zum Monsterchen mutieren, der im Haus ein wenig Chaos veranstaltet.

Die bekannte Illustratorin Linda Wolfsgruber kreiert dazu passende, vorwiegend in blau und orange farbige Bilder.

Bis zum Ende der kurzen Lied-Geschichte ist das Monsterchen gar nicht zu sehen ist. Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt, und so könnte sich nach dem gemeinsamen Ansehen, Lesen und Singen eine kleine Monster-Malwerkstatt anschließen.

Das Buch verbindet Sprache mit Musik und Bewegung. Fingerfertigkeit und Rhythmusgefühl sind gefragt und wollen spielerisch trainiert werden.

Denn ergänzend zum eigentlichen Liedtext sind im jeweils unteren Seitenbereich dezente Hinweise nachzulesen, wie „Tippe mit dem rechten Finger im Rhythmus auf die orangenen Punkte.“ oder „Fahre mit deinem Finger die Linie nach außen nach.“

Manche Figuren oder Begleithinweise setzen motorische Grundfertigkeiten voraus, so auch die Kenntnis der Farben.

Ein gutes, interaktives Buch, das sich vornehmlich für Kleinkinder ab drei Jahren eignet.

Eine schöne Idee zur Sprachförderung mittels musikalischen Stilmitteln.

 

Anja Kuypers

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Es tanzt ein MiMaMonsterchen

H.C. Artmann

Illustrationen von Linda Wolfsgruber

Tyrolia Verlag (2021)

Bilderbuch

broschiert, 26 Seiten

ISBN 978-3702239138

9,95 €

Der Wassermann hat Zeit“ von Leonie Schlager, Tyrolia Verlag (2021)

 

Der Wassermann hat wirklich viel zu tun. Mal muss er badende Kinder beschützen oder Tiere in den Schlaf singen. Fische ins Wasser weinen oder einen Streit zwischen den Unken schlichten.

Und manchmal „... lässt er sich Bäume auf den Kopf wachsen. Das kann oft Jahre dauern.“.

Nur gut, dass der Wassermann immer am rechten Ort ist und über genügend Zeit verfügt.

Er ist reicht an Zeit.

Welch schöner poetischer Ansatz in einer Welt voller Hektik und Schnelllebigkeit

Im Rahmen eines wundervollen, besonderen Mix` aus schwarz-weiß Zeichnungen, in dem mit bunten Items gespielt wird, lernen die LeserInnen den Wassermann in seinem Element kennen und lieben.

Er sieht genau hin und kann seine Zeit sinnvoll und vor allem priorisiert einsetzen.

Alles könnte so einfach sein. Der Wassermann macht es vor.

Ein kurzes Bilderbuch, das einen zweiten Blick einfordert und viel zu erzählen hat.

 

Anja Kuypers

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Der Wassermann hat Zeit

Text und Illustrationen von Leonie Schlager

Tyrolia Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 26 Seiten

ISBN 978-3702239152

14,95 €

Als die Schweine ins Weltall flogen“ von Susanne Straßer, Mixtvision Verlag (2021)

 

Susanne Straßer ist eine international gefeierte Künstlerin, die mit diesem ungewöhnlichen Buch erneut einen Meilenstein setzt. Ungewöhnlich für ein Bilderbuch teilt sie es in Kapitel ein und lässt die anregend bunten Illustrationen ohne Begleittext für sich wirken.

Die Bedeutsamkeit textlosen Lesens wird im Nachwort durch eine Kinderphilosophin fachmännisch erläutert.

„Welche Geschichten verbergen sich darin?“ Bei Erzählbildern gibt es kein Richtig oder Falsch. Es gibt lediglich die eigene Phantasie und Kreativität, welche die Illustrationen mit Leben füllen sollen.

Straßer nutzt klassische Kapitelbezeichnungen, wie „Auto“ oder „Haus“, aber auch außergewöhnliche wie „Quatsch“ oder „Gänsehaut“.

In „Auto“ kann das Hotdog plötzlich fahren, oder sechs Eier mit Sonnenbrille rollen mit offenem Verdeck im passenden Eierkarton über die Straße.

Und wer hinter dem Kapitel „Baum“ einen simplen Waldausflug vermutet, liegt garantiert verkehrt.

Das Unmögliche wird hier stets mit einer Prise Humor serviert.

Da mäht die Hexe den Rasen im Vorgarten des Lebkuchenhauses noch selber.

Und eine einzelne Nase trägt Badekappe und springt vom 10-Meter-Brett ins tiefe Nass.

Susanne Straßer liebt das Abstruse: Perspektiven werden vermischt, Skurriles wird lebendig.

In jedem Kapitel spielt sie mit einem anderen Farbschwerpunkt und setzt nicht nur Sprichwörter gekonnt in Szene.

Es ist kein klassisches Wimmelbuch, obwohl es jede Menge zu entdecken gibt.

Es ist anders, anders gut.

 

Anja Kuypers

 

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Als die Schweine ins Weltall flogen

Susanne Straßer

Mixtvision Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3958541481

15 €

Die Tode meiner Mutter“ von Carla Haslbauer, NordSüd Verlag (2021)

 

Mit Blick auf den Titel des Buches, verheißt der Inhalt pure Dramatik. Tatsächlich entpuppt sich die Geschichte als harmloser, künstlerischer Spaß. Denn die Mutter der jungen, namenlosen Ich-Erzählerin ist Schauspielerin und Opernsängerin, die auf der Bühne des Öfteren die Sterbende mimen muss.

Auch zu Hause schlüpft die imposante, große Dame zuweilen in Rollen. Mal ist sie die liebe Mutter, die ihren Kindern das Verkleiden im elterlichen Schlafzimmer erlaubt, mal ist die böse Mutter, die auch Verbote ausspricht.

Eine Geschichte aus dem Leben einer Theaterfamilie. Aber wie in jedem anderen Beruf sind auch hier die Grenzen zwischen Beruf und Familie nicht immer klar trennbar, und es bleibt schwierig, beides miteinander zu kombinieren.

Es gibt Tage, an denen der besorgte Nachbar klingelt und wissen will, woher die kreischenden Töne stammen. „Geht es Ihnen gut? Sie haben so geschrien.“ Dabei war es nur die Mutter, die bei einem entspannten Bad die Tonleitern geübt hat.

Das Buch punktet mit einigen Schmunzel-Momenten. Diese hält die Tochter gerne malerisch fest.

Die Kinder dürfen ihren Vater ins Theater begleiten, und die Mutter überzeugt stets in ihren Rollen. “Es sieht auch immer sehr echt aus.“,

In Summe hat die Geschichte mehr zu bieten, als nur die Erzählung über eine Mutter als Opernsängerin aus Sicht ihrer kleinen Tochter. Es ist der Drahtseilakt in der Vereinbarung von Job und Familie. Der aufgeklappte Einband des Buches gibt es illustratorisch sehr gut wieder.

Eine wunderbar bebildertes Buch mit eingearbeiteten Ausflügen in die Comicwelt.

Dramatisch inszenierte Illustrationen, die auf der Folgeseite wieder herrlich normal aussehen können.

Die Tode meiner Mutter, die glücklicherweise gar keine sind, sondern nur gespielt werden.

 

Anja Kuypers

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Die Tode meiner Mutter

Carla Haslbauer

Illustrationen von Carla Haslbauer

NordSüd Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 48 Seiten

ISBN 978-3314105616

15 €

Was wir bauen“ von Oliver Jeffers, NordSüd Verlag (2021)

 

Als eine Art Fortsetzung von „Hier sind wir“ widmet Jeffers dieses Buch nun seiner älteren Tochter und gestaltet mit ihr gemeinsam die Zukunft.

„Was wollen wir bauen, du und ich?“, fragt er sie und bietet seine Hilfe an. Zu sehen sind zwei Paar Hände, die nebeneinander liegen. Die Hand eines Erwachsenen und die eines Kindes.

Der Akt des Bauens ist vielmehr metaphorisch zu sehen: der Vater unterstützt sein Kind dabei, sich seinen Platz im Leben zu erschaffen. Und dabei braucht es mehr, als nur Werkzeug.

Ganz nach Jefferson Art darf man wieder auf wunderbare, großformatige Illustrationen gespannt sein, die untereinander einen Bezug aufbauen. Der rote Faden ist schnell erkennbar: was braucht es eigentlich für ein sorgenfreies Leben?

Nachdem der erste Hausbau abgeschlossen ist, folgt eine Mauer um das Haus. Sie soll vor dem Bösen schützen. Aber braucht es wirklich eine Mauer? Wenn man genau hinschaut, ist das Böse meist gar nicht so schlimm, und es braucht nur ein wenig Mut. Auch diese Botschaften gibt der Autor und Illustrator seinen Leser*innen mit auf den Weg.

Das Buch macht stark und bereitet auf das Leben zu Lande, zu Wasser und in der Luft vor. Sogar bis zum Mond: „Hier ruhen wir uns aus, mein Kind, wenn wir vom Bauen müde sind.“,

Ein schönes Sinnbild vom Bau eines Hauses, das im Laufe des Lebens immer größer wird, bevor es am Ende wieder kleiner endet. Dafür aber mit vielen Schätzen und Bauanleitungen für den Weg durch das Leben.

Das Buch unterliegt einer schönen Struktur. So greifen die Hände, die anfänglich noch brav nebeneinander lagen am Ende ineinander.

Gemeinsam können wir so einiges schaffen und bauen.

Wunderbar, wie Jeffers seine eigenen Kinder in die berufliche Kreativität miteinbezieht.

Das Bauen als Synonym für die Ausgestaltung des eigenen Lebens.

 

Anja Kuypers

 

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Was wir bauen

Oliver Jeffers

Illustrationen von Oliver Jeffers

NordSüd Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 48 Seiten

ISBN 978-3314105630

16 €

Frieden“ von Baptiste und Miranda Paul, NordSüd Verlag (2021)

 

Die Leser*innen empfängt auf der vorderen Umschlagseite ein Baum mit vielen Blättern, und auf jedem einzelnen steht das Wort Frieden in einer anderen Sprache.

Der Wunsch nach Frieden schlummert in allen Menschen – weltweit.

Aber was ist Frieden überhaupt? Wie ist Frieden? Was kann ich tun, damit Frieden herrscht? Und kann ich Frieden anfassen?

Frieden ist mehr als das Ende eines Krieges. Frieden beginnt im Kleinen, im Umgang miteinander, im Einklang mit der Natur. Am Ende ist es zwar nur ein Wort..... Aber eines, das so viel bedeutet.

Diese Botschaft will das Autorenehepaar vermitteln und skizziert auf jeder Doppelseite fröhliche Kinder und Tiere. Das Friedenssymbol schlechthin, die Friedenstaube, findet man ebenfalls auf jeder Seite.

Das Buch überrascht mit zwei Seiten zum Ausklappen zu einem großen Ganzen am Ende der Geschichte, die eigentlich keine ist. Vielmehr eine Sammlung von Ideen zu dem, was Frieden bedeuten kann.

Die großflächigen Illustrationen kommen mit wenig Text aus. Die Paarreime reichen manchmal über zwei Doppelseiten.

Es wird ein großes Fest des Friedens gefeiert, das hin und wieder zu rund, zu plakativ, zu schön ist.

 

Anja Kuypers

 

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Frieden

Baptiste und Miranda Paul

Illustrationen von Carla HaslbauerEsteli Meza

NordSüd Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

ISBN 978-3314105654

15 €

Das Plapperküken“ von Janie Bynum, NordSüd Verlag (2021)

 

„Mach, das es aufhört!“, bittet die große Schwester die Eltern und lässt ihren Kopf erschöpft auf die Tischplatte sinken. Ihr Geschwisterchen, das kleine Plapperküken, gibt aber auch wirklich nie Ruhe. Es plappert und plappert und plappert.

In allen Lebenslagen und zu allen Zeiten ist das Küken sehr, sehr mitteilsam.

„Plapperküken hat eine Menge zu erzählen.“

Leider hat die gesamte Familie weder Zeit noch Lust permanent zuzuhören oder das Geplappere zu kommentiere.

Und was macht das gewitzte, kleine, runde, fluffig gelbe Küken dann?

Es spielt einfach mit sich selber und erzählt dabei munter weiter.

Beim Graben mit dem Spaten entdeckt es ein großes, rundes Ei. Da sich niemand anders in unmittelbarer Nähe befindet, nimmt sich das Plapperküken des Ei`s an und kümmert sich fortan liebevoll um das ungeborene Leben. Darüber hinaus erzählt es ihm alles, was es weiß.

Die Überraschung könnte nicht größer sein, als das Ei plötzlich aufbricht....

Alle Handlungsteilnehmer*innen sprechen unsere Sprache. Für das Plapperküken hingegen verwendet der Autor lediglich das Geräuschwort „piep“.

Während des gemeinsamen Lesens dieses Buches können die vielen „piep`s“ also phantasievoll, kreativ ersetzt werden. Was könnte das Plapperküken hier sagen?

In einer gelungenen Mischtechnik aus Wasserfarben und digitaler Bearbeitung, zeichnet die Autorin selbst und gibt ihren Protagonist*innen den passenden Strich.

Dieses Küken muss man einfach liebhaben. Ein witzig, liebevoll gestaltetes Buch.

 

Anja Kuypers

 

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Das Plapperküken

Text und Illustrationen von Janie Bynum

NordSüd Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

ISBN 978-3314105135

15 €

Die Fleckenfeder“ von Johanna Ries, NordSüd Verlag (2021)

 

Die Geschichte des Buches beginnt recht nüchtern und hat zu diesem Zeitpunkt eher Sachbuch-Charakter. „In der Savanne leben Elefanten. So groß und grau sind sie, dass man sie schon von Weitem sehen kann. ….“

Im weiteren Verlauf gleicht der kurze Text vielmehr einer Fabel.

So sitzen drei Vögel auf einem Elefanten. Sie heißen Ade, Emem und Nuru. Jeder verkörpert eine andere menschliche Stereotype.

„Ade ist der Schnellste der drei, Emem klettert gerne auf dem Rüssel herum und Nuru findet in den grauen Hautfalten die dicksten Insekten.“

Eigentlich könnte deren Leben perfekt sein. Bis die Fleckenfeder vom Wind herangetragen wird. Sie ist wunderschön und trägt rote sowie blaue Punkte. Jeder der Vögel möchte sie haben und meint sie stünde ihm zu oder er hätte sie verdient.

„Ich bin der schönste Vogel der ganzen Savanne.“

Ein Streit entsteht, Neid greift um sich, und Ruhe und Frieden drohen zu zerbrechen.

Nur gut, dass die Elefanten eine dickere Haut haben und wissen, wie man schlichtet.

Ein simple Geschichte mit einer offensichtlichen, belehrenden Moral am Ende.

Wunderbar gewählte Brauntöne geben die Schlichtheit der Savanne als erdenreiche Klimazone und Ort des Schauspiels bestens wieder.

Fabelgleich imposant erzählt.

 

Anja Kuypers

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Die Fleckenfeder

Text und Illustrationen von Johanna Ries

NordSüd Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

ISBN 978-3314105333

15 €

Licht an - losgefahren“ von Martina Leykamm, Esslinger Verlag (2021)

 

Welch kluge Idee: die kleinen Leser*innen pusten auf eine bestimmte Stelle im Buch, und prompt leuchtet eine kleine Lampe auf.

Verschiedene, tierische Protagonist*innen sind auf jeder Doppelseite mit einem anderen Gefährt unterwegs: Fahrrad, Trecker, Bus und Auto. Um im Straßenverkehr besser gesehen zu werden, muss immer das Licht angeschaltet werden. Also los pusten und es leuchtet!

Hübsche Paarreime begleiten die Illustrationen aus dem Alltag der Kinder, wie Zooausflug oder ein Fest und fordern zum Mitmachen auf: Puste und staune! Eine kleine Zauberei!

Kindgerecht lustig bieten die Kurzgeschichten Raum für weitere Erzählmomente.

Spielerisch wird hier die Mundmotorik trainiert, die für die Sprachförderung in dem Alter so ungemein wichtig ist.

Anja Kuypers

 

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Licht an - losgefahren

Martina Leykamm

Esslinger Verlag (2021)

Pappbilderbuch

broschiert, 10 Seiten

ISBN 978-3480236701

13 €

Flaschenpost für Ferdinand“ von Gus Gordon, Knesebeck Verlag (2021)

 

Das Buch beginnt mit einem wunderschönen Zitat von Tennessee Williams zum Thema Einsamkeit und Zweisamkeit.

Schweinchen Alice fühlt sich zuweilen einsam. Auch wenn sie mit ihrer Großmutter gemeinsam in einer Pariser Stadtwohnung lebt. Die alte Dame ist zwar stets um ihre Enkelin bemüht, kommt aber manchmal altersbedingt an ihre Grenzen. Alice liebt ihre Großmutter, ist dankbar und.... „Trotzdem wünschte sie sich manchmal jemanden in ihrer Größe zum Reden.“

Reich an kreativer Ideen schreibt Alice kurzerhand einen Brief, stopft diesen in eine Flasche mit Verschluss und bringt sie als Post auf dem Wasserweg zur Seine.

Tage versetzt und weit entfernt angelt Hund Ferdinand, der mit seinem Vater einen Leuchtturm bewohnt, die Flasche aus dem Meer.

Es beginnt ein reger Briefaustausch zwischen den beiden. „Wer braucht schon eine Schwester oder einen Bruder, wenn man einen Ferdinand hat?“ Sie erzählen sich gegenseitig aus ihrem Leben und lernen einander besser kennen. Die beiden entdecken Ähnlichkeiten und Gegensätzliches.

„So ging es hin und her, quer übers Meer.“

Ein Schicksalsschlag in Alice` Leben verändert alles. Und manchmal braucht es eine gewisse Zeit sowie tatkräftige Unterstützung, um den Weg zurück zu finden.

„Alice hatte ja keine Ahnung gehabt, wie gut Leuchtturmwärter Muffins backen können.“

Die Illustrationen, die sich teils collagenartig zusammensetzen sind detailreich, ohne überladen zu wirken.

In einfachen Sätzen wird eine einfache Geschichte wunderbar erzählt, und trotz aller Einfachheit überzeugt das Gesamtkonzept.

 

Anja Kuypers

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Flaschenpost für Ferdinand

Gus Gordon

Knesebeck Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

ISBN 978-3957284785

14 €

Julian feiert die Liebe“ von Jessica Love, Knesebeck Verlag (2021)

 

Im vergangenen Jahr feierte die Autorin mit „Julian ist eine Meerjungfrau“ Premiere. Dieses herzerwärmende Bilderbuch über bedingungslose Akzeptanz war ein großer Erfolg.

Mittlerweile ist Julian älter geworden, und wieder ist er mit seiner Großmutter unterwegs.

In diesem Anschlussband sind die beiden zu einer Hochzeit mit zwei Bräuten eingeladen und treffen vor Ort auf Omas Freundin mit ihrer Enkelin Marisol. Die beiden Kinder streuen Blumen auf dem Weg zum Altar und kreieren im Laufe des Tages ihr eigenes „Feenschloss“.

Denn: „Eine Hochzeit ist ein Fest für die Liebe.“

Wieder einmal werden sämtliche Stereotype verworfen. Es gibt keine klassische Rollenverteilung. So tobt Marisol mit Hund Gloria gerne im Matsch, während Julian kreativ ist und sich um die Kleidung für die nachgestellte Hochzeitsszenerie kümmert. Alles ist gut, so wie es ist.

Und wieder einmal sind es die Großmütter, die ihre Enkel so annehmen, wie sie sind. Sie tolerieren ihr Tun und unterstützen sie sogar dabei.

Die ausnahmslos dunkelhäutigen Handlungsteilnehmer*innen sind nur ein Indiz von vielen für die ausgeprägte Vielfalt in diesem Bilderbuch.

Die Umschlagseiten des Buches werden wunderbar in die Geschichte integriert, die sehr bunt und im besten karibischen Style illustriert ist.

Individualität as its best!

 

Anja Kuypers

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Julian feiert die Liebe

Jessica Love

Knesebeck Verlag (2021)

Bilderbuch

broschiert, 32 Seiten

ISBN 978-3957284716

13 €

Seifenblase, flieg!“ von Josef Guggenmos, Beltz und Gelberg Verlag (2021)

 

Der Autor - Josef Guggemos – starb bereits 2003, und nun hat der Verlag das Gedicht gekonnt neu in Szene gesetzt.

„Als ich Seifenblasen blies, ist es mir gelungen: Eine, die ich fliegen ließ, ist mir nicht zersprungen.“

Unter den Augen einer Kioskverkäuferin pustet ein namenloses Mädchen auf einem Hinterhof Seifenblasen.

Die Blasen verschwinden über den rechten Seitenrand hinaus auf die nächste Doppelseite in Richtung des Stadtzentrums. Sie ziehen die Aufmerksamkeit sämtlicher Städter auf sich.

Das Leben steht für einen kurzen Moment still.

Eine Blase zerplatzt nicht, sondern zieht schillernd weiter über die Dächer und angrenzenden Dörfer, bevor es hinaus aufs Land geht. Alle verfolgen die Seifenblase auf ihrem stummen Weg durch die Welt. Trotz ihrer zarten Haut und der damit verbundenen Zerbrechlichkeit, schwebt sie kraftvoll durch die Lüfte. Menschen im Alltag halten inne und schauen, sind für einen Augenblick abgelenkt. Der Paketbote, der seine Arbeit unterbricht. Die Nachbarin, die am offenen Fenster endlich ihren Blick fokussieren kann. Kinder auf dem Spielplatz, die das Schaukeln vergessen. Streitende Menschen, die für einen kurzen Moment ihren Zwist einstellen.

Leise, fast schwerelos still gelingt es, Gedanken ziehen und Dinge sein zu lassen.

Eine Erinnerung daran, dass Pausen wahre Wunder bewirken können.

Tolle, ebenso zierliche Illustrationen begleiten den Reim auf seinem Weg zu einer wichtigen Botschaft.

 

Anja Kuypers

 

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Seifenblase, flieg!

Josef Guggenmos

Illustrationen von Heike Herold

Beltz und Gelberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 30 Seiten

ISBN 978-3407758385

12,95 €

Seesucht“ von Marlies van der Wel, Mixtvision Verlag (2021)

 

Gib niemals auf!

Davon erzählt das neue Buch des kreativen Allroundtalentes Marlies van der Wel mit dem schönen Titel „Seesucht“.

Diese Abwandlung des Wortes Sehnsucht beschreibt Jonas` Wunsch ziemlich genau. Wasser ist sein Element und das möchte er für den Rest seines Lebens mit allen Sinnen erleben dürfen.

Denn als er zweijährig bei einem Strandbesuch mit seiner Mutter das offene, weite Meer vor sich sieht, ist es um ihn geschehen. Neugierig, was ihn unter Wasser erwarten wird, läuft er einfach in die Wellen hinein, wird mitgerissen, taucht ab und kann für kurze Zeit die farbenprächtige Unterwasserwelt wahrnehmen.

Jonas wird glücklicherweise rechtzeitig von ein paar Fischern gerettet.

Das Buch unternimmt nun Zeitsprünge in Jonas` Leben. So hat er mit acht Jahren eine Idee, sich auf dem Wasser fortzubewegen, um die Fische in ihrem Lebensraum beobachten zu können. Leider vergebens....

Sein Erfinderreichtum wächst, und mit 30 Jahren wagt er einen Versuch mit Hilfe einer selbst konstruierten Tauchvorrichtung. Aber auch diesmal scheitert er.

„Du gehörst ans Ufer, nicht ins Meer!“, rufen ihm die Fischer, die seine ewig scheiternden Versuche beobachten, höhnisch lächelnd zu.

Eines Tages entscheidet sich Jonas tatsächlich für die Aufgabe seines Traumes und gibt sich mit dem Sammeln von Treibgut zufrieden. „Er kehrt dem Meer den Rücken zu.“

Aber... was lange währt, wird endlich gut. 50 Jahre später kommt Jonas` großer Moment...

Die geringe Textmenge des herzerwärmenden Bilderbuches ist unauffällig auf den Seiten mit den großformatigen, aussagekräftigen Illustrationen untergebracht.

Das Buch basiert auf dem von der Autorin animierten Kurzfilm „Jonas and the sea“.

Eine schöne Geschichte, ein schöner Kurzfilm – ein gern gegebener Tipp!

 

Anja Kuypers

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Seesucht

Marlies van der Wel

Mixtvision Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 78 Seiten

ISBN 978-3958541641

20 €

Tief im Ozean“ von John Hare, Moritz Verlag (2021)

 

Mit dem wunderbaren, textlosen Buch „Ausflug zum Mond“ hat John Hare bereits im letzten Jahr eine Benchmark gesetzt.

Mit diesem neuen Titel knüpft er, wenn auch bedingt an die erste Geschichte an.

Wieder einmal unternimmt ein engagierter Lehrer mit seiner Schülerschar einen besonderen Ausflug. Statt zum Mond bringt es die Kinder diesmal auf den Boden des Meeres.

Zunächst landet die Gruppe mit dem bekannten Raumgleiter vom Mondausflug auf einer futuristischen Plattform, bevor sie von dort in ein quietschgelbes U-Boot steigen und abtauchen.

Wer genau hinsieht, erkennt beim Einsteigen den Jungen aus der Klasse, der den Ausflug zum Mond unvergesslich gemacht hat. Er trägt wieder seine Malutensilien mit sich.

Die Gruppe ankert und geht auf dem Meeresboden spazieren.

Während die meisten Kinder den begleitenden Worten des Lehrers lauschen, kommt erneut ein Schüler abhanden. Es ist ein kleiner, neugieriger und mit einer Unterwasserkamera ausgestatteter Junge, der auf der Suche nach dem richtigen Motiv ist. Dabei stößt er auf eine geheimnisvolle, versunkene Stadt, die Atlantis nicht ähnlicher sehen könnte und in der er sich verläuft.

Erfolglos versucht er mit einer wasserfesten Taschenlampe Lichtsignale zum Rest der Gruppe zu senden. Vergeblich. Riesenasseln nehmen sich seiner an und kuscheln mit ihm, spenden ihm Trost. Plötzlich wird die tristgrau dargestellte Unterwasserwelt von einem orangefarbenenen Meeresungetüm eingenommen, das am Ende gar nicht ungeheuerlich ist.

Das Abenteuer nimmt seinen Lauf... Ob sich auch in dieser Geschichte der Lehrer an den vermissten Schüler erinnern und ihn wieder einsammeln wird?

Aus den Ähnlichkeiten der beiden Bücher wird kein Geheimnis gemacht. Die Rahmenhandlungen sind durchaus vergleichbar.

Die englischen Titel „Field Trip to the Moon“ (Ausflug zum Mond) und „Field Trip to the ocean deep“ (Tief im Ozean) sind von Beginn konkreter und weisen gezielt darauf hin.

Aber dank der erneut vielen Erzählanlässe zu den wunderbaren Illustrationen des nahezu textlosen Buches, wird es einfach nie langweilig werden.

Es darf gerne mehr Schulausflüge dieser Art geben.

 

Anja Kuypers

 

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Tief im Ozean

John Hare

Moritz Verlag (2021)

Kinderbuch

gebunden, 48 Seiten

ISBN 978-3895654053

14 €

Die Wette“ von Antje Damm, Moritz Verlag (2021)

 

Lilo liebt Pflanzen und besucht deshalb auch häufig ihren älteren Freund Hein in seinem Gewächshaus. Zwei Generationen fachsimpeln über die bestmöglichen Bedingungen für Pflanzen.

Aber was brauchen sie wirklich zum Wachsen?

„Hauptsache sie kriegen genug Sonne und Wasser!“, meint Hein.

Lilo kontert mit dem Hinweis, dass Liebe und gute Behandlung der Pflanzen mindestens genauso wichtig sind.

Kurzerhand nimmt jeder eine junge Topfpflanze, und die Wette, wessen Pflänzchen innerhalb der vereinbarten Zeit schneller wächst und gedeiht, steht. „Abgemacht!“

Über den Preis für den Gewinner wird gar nicht gesprochen. Dies ist absolute Nebensache.

Es geht nicht ums Gewinnen, sondern um die Ehre.

Welche Art der Aufzucht wird wohl vielversprechender sein?

Behutsam transportiert Lilo ihre Pflanze im Puppenwagen nach Hause und stellt sie am Abend zur Schlafenszeit neben ihr Bett. Tagsüber macht sie sie mit anderen Pflanzen im Haus bekannt und spielt ihr auf der Flöte etwas vor.

„Hein gießt sein Pflänzchen regelmäßig.“

Am Ende ist es viel wichtiger, sich in Geduld zu üben und allen Lebewesen mit Respekt zu begegnen. Gibt es womöglich gar keinen Gewinner?

In typischer Antje Damm Manier werden die Texte im Buch wunderbar illustriert und mit verschiedenen Kartonagen und Papieren kreativ in Szene gesetzt.

Mit jeder Menge Liebe zum Detail.

In ihrer Einfachheit enthält die Geschichte wichtige Botschaften und vermittelt sie auf einzigartige, zurückhaltende Weise.

Diese Geschichten gehören zur Königsklasse lohnenswerter Kinderbücher.

 

Anja Kuypers

 

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Die Wette

Antje Damm

Moritz Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 36 Seiten

ISBN 978-3895654046

12,95 €

Alle zählen“ von Kristin Roskifte, Gerstenberg Verlag (2021)

 

Ein Buch, über das man spricht.

Mit seinen Wimmelelementen und Zahlenspielen liefert es jede Menge Erzählanlässe und punktet darüber hinaus mit dem Thema Vielfalt.

Von Seite zu Seite tauchen immer mehr bunt gekleidete Menschen auf. Sie sind groß und klein, dick und dünn, scheinen gut oder schlecht gelaunt, tragen langes oder kurzes Haar... Kurzum: viele, individuelle Typen vor skizzenhaften, hellblau gefärbten, unterschiedlichen Alltagsszenen. Das können lustige Ausflüge in den Freizeitpark, traurige Beerdigungen, literarisches Leben in der Bibliothek, der langweilige Vormittag in der Schule oder ein teurer Einkauf im Supermarkt sein.

Die Summe der Menschen einer jeden Seite wird als Zahl im unteren, rechten Seitenrand abgebildet. Des Weiteren gibt es kurze Hinweise zu den einzelnen Szenen. „2 Menschen bei einem Ausflug in den Wald. Einer von ihnen sagt etwas, an das sich der andere für den Rest seines Lebens erinnern wird.“ Nun sind die LeserInnen gefordert, über den Hinweis zu sprechen. Wer erteilt den guten Ratschlag? Welche Tipps gibt er seinem Mitmenschen auf den Weg? Der Phantasie werden keine Grenzen gesetzt.

Das Ende des Buches hält eine Art Auflösung zu den Aussagen der Seiten vor. Dabei hätte es diese gar nicht gebraucht. Ein Richtig oder Falsch gibt es eigentlich nicht...

Mit zunehmender Menschenanzahl werden die Hinweise umfangreicher und das Reden darüber dürfte vermutlich noch interessanter und bunter ausfallen.

Jeder Einzelne trägt zum großen Ganzen bei.

Das Buch überzeugt und gewinnt auf der ganzen Linie. Ein gern empfohlener Titel in der Welt der Bücher zum Thema Vielfalt.

 

Anja Kuypers

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Alle zählen

Kristin Roskifte

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 64 Seiten

ISBN 978-3836960366

18 €

Schnell, schnell, schnell“ von Clotilde Perrin, Gerstenberg Verlag (2021)

 

„Ich war mal wieder nicht schnell genug....“, stellt die kleine Protagonistin fest, die kurz nach dem zügigen Aufstehen durch den Tag hetzt. Dabei springt sie frühmorgens aus dem Bett, flitzt zum Schulbus, eilt durch Landschaften, rast mit einem Ultraschallflugzeug durch die Welt.

Immer höher, immer schneller, immer weiter.

Aus der Ich-Perspektive des kleinen, rothaarigen Mädchens wird die Schnelligkeit, die Kurzatmigkeit mittels eines nicht enden wollenden Satzes im jeweils unteren Bildrand auf jeder Seite dargestellt.

Die Illustrationen zeigen das Mädchen inmitten weiterer Menschen, die allesamt durch die Szenerie hasten.

Clotilde Perrin verwendet viele Synonyme für das Wörtchen „schnell“. In Windeseile und temporeich wird alles im Galopp erlebt.

Nach der Hälfte des Buches nimmt die Autorin plötzlich die Geschwindigkeit heraus, und die Stimmung kippt. Als träte sie auf die Bremse.

Fortan ist das Mädchen nur noch alleine zu sehen. Sie gönnt sich die Zeit, sich auch mal umzusehen, stehen zu bleiben, in Ruhe zu atmen.

Die Anordnung der Schrift verändert sich, löst sich von der Fußzeile und fügt sich in der entspannten Naturszene ein. Sie integriert sich, schwingt mit, formt sich individuell.

Das schmale Buchformat eignet sich hervorragend, um Strecken abzubilden, Wege aufzuzeigen. Es erdet und stellt Fragen: Wo ist die Stille hin? Wo die Muße, auch mal abzuwarten?

Wieder einmal ein Buch, das sich bestens für Groß und Klein eignet. So richtet sich die Autorin zu Beginn des Buches gleich mit zwei Zitaten an die LeserInnen.

Für die Kleineren zitiert sie ihre Tochter: „Sag nicht dauernd, ich soll mich beeilen. Ich bin noch nicht fertig mit Spielen!“

Die Großen erinnert sie an die Wichtigkeit des Innehaltens.

Ein wunderbares für ALLE!

 

Anja Kuypers

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Schnell, schnell, schnell

Clotilde Perrin

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 24 Seiten

ISBN 978-3836961011

12 €

Èmile in Berlin“ von Thilo Krapp, Gerstenberg Verlag (2021)

 

Die LeserInnen erwartet ein neues Abenteuer mit Émile, dem wissensdurstigen Jungen aus Paris.

Im ersten Band besuchte er 1900 mit seiner Mutter die Weltausstellung in Paris.

Jetzt befinden wir uns im Jahre 1904, und Èmile ist mit seiner Mutter auf dem Weg von Paris nach Berlin, um eine Tante zu besuchen.

Aufgeregt und neugierig auf das, was ihn erwartet, entdecken die beiden Berlin, bevor sich seine Mutter im größten Warenhaus Europas – Warenhaus Wertheim – am Leipziger Platz noch etwas umsehen möchte.

Émile ist alt genug, um alleine auf Stöbertour zu gehen.

„Neugierig wandert er umher. Was gibt es hier alles zu sehen! Glas, Porzellan, Möbel, Kunstgegenstände, sogar ein riesiges Fotoatelier.“

Glücklicherweise trifft er auf eine junge Verkäuferin, die französisch spricht und ihm einiges zu dem gigantisch großen Warenhaus erzählen kann.

In der Tierabteilung verhilft Émile einer kleinen, weißen Maus ungewollt in die Freiheit, und nun verfolgen die beiden den Nager quer durch das Warenhaus.

Auf diese Weise lernen die LeserInnen die Angebotsvielfalt und das Ausmaß des Hauses kennen.

In den prunkvollen, weitläufigen Hallen und Gängen treffen sie sogar auf den Direktor Georg Wertheim, für den der „Kunde immer der König“ ist.

Was als harmloses Sightseeing anfängt, entpuppt sich als ein großes Abenteuer, in dem seine Mutter noch als Heldin auftreten wird.

Schöne, detailreiche und farbenprächtige Illustrationen bieten einen wunderbaren Eindruck von der damalig beginnenden Ära der großen Warenhäuser.

Jede Menge Informationen zu ähnlichen Häusern in Europa findet man am Ende des Buches.

Ein literarischer Ausflug mit einem sympathischen Helden in vergangene Zeiten.

 

Anja Kuypers

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Émile in Berlin

Thilo Krapp

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

ISBN 978-3836960779

20 €

Fünf Minuten“ von Liz Garton Scanlon und Audrey Vernick, Gerstenberg Verlag (2021)

 

Was sind schon Fünf Minuten, könnte man meinen...

Dabei können sie - je nach Situation - sehr, sehr lang oder extrem kurz erscheinen.

Es gibt Momente, in denen wünscht man, die Fünf Minuten mögen schnell vergehen oder ewig dauern.

Dieses Buch skizziert und beschreibt die häufig verwendete Redewendung „Nur fünf Minuten“ auf wunderbare, vielfältige Art und Weise.

Es stellt verschiedene Alltagssituationen im Laufe eines Tages aus Sicht eines kleinen, namenlosen Jungen dar. Er hält es beispielsweise für absolute Zeitverschwendung, noch Fünf Minuten länger in der Badewanne sitzen zu müssen, als es die Grundreinigung erfordert. Erwachsene würden ein entspanntes Bad wahrscheinlich begrüßen.

Es ist immer die Perspektive, die die Fünf Minuten so individuell auslegen.

Fünf Minuten, die eine Zahnbehandlung länger dauern soll, dürften aber gerne schneller vergehen. Vermutlich für Groß und Klein.

Aber manche Fünf Minuten sollten nie aufhören. Diese besonderen, richtigen Momente.

Eingerahmt in hübsche Illustrationen verwendet das Autorenduo unterschiedliche Erzählstile. Zuweilen werden die Dialoge des Jungen mit seinen Eltern als Sprechblasen dargestellt. Abwechslungsreich, kurzweilig und humorvoll lernen die LeserInnen die besagten Fünf Minuten in unterschiedlichen Kontexten kennen.

Vielleicht ein Anlass, öfter mal Fünf gerade sein zu lassen und sich mehr Zeit zu gönnen.

Zumindest in Wohlfühlmomenten. Ein anregendes Buch.

 

Und wieder einmal stellt man fest, dass Zeit eben doch relativ ist.....

 

Anja Kuypers

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Fünf Minuten

Liz Garton Scanlon und Audrey Vernick

Illustrationen von Olivier Tallec

Gerstenberg Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3836961028

13 €

früh los“ von Daniel Fehr, Thienemann Verlag (2021)

 

Inmitten einer alpinen Landschaft wohnt Großvater hoch oben auf einem Berg.

Unweit entfernt steht das Wohnhaus seiner Familie und seines Enkels Jon, der ihn des Öfteren gerne besucht.

Die beiden kommen gut miteinander aus, und es braucht nicht viele Worte, um einander zu verstehen.

„Gehst Du weg?“, ruft Jon, als er den Rucksack im Gang in Großvaters Haus sieht. „Auf den Berg“, antwortet Opa. „Kann ich mit?“ „Kannst Du“, sagt Opa.

Und so wandern die beiden am nächsten, frühen Morgen los, das Gipfelkreuz stets im Blick.

Feine, zurück haltende Zeichnungen begleiten die LeserInnen auf ihrem Weg durch die Geschichte der herzerwärmenden Großvater-Enkel-Geschichte. Manches Detail, wie der Wanderstock mit kleinen Abzeichen, lässt Nostalgiker-Herzen höher schlagen.

Das Buch enthält viel wörtliche Rede, was es lebendig macht und sich hervorragend zum Vorlesen eignet.

Es erzählt von den Unterschieden, Gemeinsamkeiten sowie Abhängigkeiten der Generationen.

In der Geschichte braucht am Ende nicht nur der Großvater eine Pause vom Wandern.

„Pausen sind gut, ohne Pausen geht`s nicht vorwärts“.

Immer wieder spielt der Text mit Doppeldeutigkeiten.

Wenn der Enkel die großen Steine über das Wasser des Alpsees flitzen lassen möchte, kommentiert der Opa: „Die alten springen selten gut.“

Und manches Ziel will eben erst später erobert werden. Nur wichtig, dass man den Blick dafür nicht verliert.

Die Geschichte beginnt mit dem Sonnenaufgang und endet mit dem Sonnenuntergang.

Eine gut gewählte Metapher für das Leben, das vielmehr ein Marathon, als ein Sprint ist.

Gerne empfohlen!

 

Anja Kuypers

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Früh los

Daniel Fehr

Illustrationen von Lotte Bräuning

Thienemann Verlag (2021)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

ISBN 978-3522459273

14 €

Punkte“ von Giancarlo Macri, Gabriel Verlag (2017)

 

„Hallo! Ich bin ein Punkt.“

Zur Begrüßung der LeserInnen meldet sich ein einzelner schwarzer Punkt mit diesen Wörtern auf der ersten, ansonsten weißen Doppelseite.

Umgeblättert füllt sich die jeweils rechte Seite mit weiteren schwarzen Punkten. Personalisiert berichten sie aus ihrem durchaus angenehmen Leben und visualisieren Alltagsdinge, indem sie sich gemeinsam formieren und Silhouetten darstellen.

Plötzlich taucht auf der linken Buchseite ein anderer Punkt aus. Er hat lediglich einen dunklen Umriss, ist aber nicht schwarz gefüllt. Auch er begrüßt die LeserInnen in der Ich-Perspektive, und es erscheinen weitere Punkte, die so aussehen wie er.

Schnell wird deutlich, dass deren Leben anders geprägt ist, als das der Punkte von der rechten Seite. Nicht so reichhaltig und ausgefüllt.

Sie würden gerne auf die Seite der schwarzen Punkte kommen, aber wie im echten Leben treten daraufhin die ersten Probleme auf...

Das ausschließlich schwarz/weiß geprägte Buch, das mit wenig Text auskommt, veranschaulicht die Problematik unserer Welt wunderbar und reduziert einfach - auf künstlerische Art.

Es spielt mit den Seiten und animiert Kinder in der bildenden Kunst.

Einen schönen Kontrast bilden die Umschlagseiten in einem kräftigen Blau.

 

Anja Kuypers

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Punkte

Giancarlo Macri

Gabriel Verlag (2017)

Bilderbuch

48 Seiten

ISBN 978- 3522304719

14 €

Happy – Das Buch vom Glück des Moments“ von Nicole Edwards, 360 Grad Verlag (2019)

 

Was macht uns überhaupt glücklich? Sind es die großen Dinge? Oder doch die kleinen?

„Das wahre Leben spielt sich direkt vor deiner Nase ab.“ So heißt es in dem hübsch gemachten Bilderbuch, das auf „Glück mit allen Sinnen erleben“ setzt.

Es geht um das Fühlen, das Riechen und Schmecken. Aber auch um das Entdecken, Entspannen und Zuhören. Die vielen kleinen alltäglichen Momente, die im Zeitwahn untergehen und doch so wichtig sind.

„Halte einen Moment inne. Kannst Du die Geräusche um dich herum hören?“

Das Buch besinnt auf das Glück vor der eigenen Haustüre. Eigentlich ist es da. Jeden Tag. Man muss es nur (wieder) erkennen können.

Die LeserInnen werden direkt angesprochen und nach einem kurzen, gedanklichen Ausflug zum Mitdenken oder Mitmachen angeregt. Eine kleine Übung für Zwischendurch.

Ein Ratgeber zum Glücklichsein in Form eines Bilderbuches. Dabei spricht es Groß und Klein gleichermaßen an. Denn für Wegweiser zum Glück ist man nie zu alt.

Jede Doppelseite hat einen anderen farbigen Grundton, und es tummeln sich ausnahmslos fröhliche Kinder in verschiedenen Szenen darauf.

Die begleitenden, teils poetischen und thematisch sortierten Texte sollen animieren, sich selber und sein Tun öfter zu reflektieren.

Ein wenig heile Welt. Eine Sehnsucht in turbulenten Zeiten.

Lesen, Mitmachen, „Happy“ sein.

 

Anja Kuypers

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Happy – Das Buch vom Glück des Moments

Nicola Edwards

360 Grad Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978- 3961855193

14 €

Der geheimnisvolle Koffer des Herrn Benjamin“ von Pei-Yu Chang, NordSüd Verlag (2017)

 

Benjamin Walter – wer war das noch?

Dieses Bilderbuch erzählt aus dem wahren Leben Benjamins (1892 – 1940), einem deutschen Philosophen und Schriftsteller, der sich mit seinen kreativen und außergewöhnlichen Ideen – auch über das Schreiben hinaus – weltweit einen Namen gemacht hat.

Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges war originelles Erfindertum nicht erwünscht, und Benjamin Walter war gezwungen sein Heimatland zu verlassen.

Die Jagd auf mitdenkende, kritisch nachfragende und phantasiebegabte Menschen war auf ihrem Höhepunkt angekommen.

Im Buch versucht Benjamin mit Hilfe von Frau Fittko, die es ebenfalls tatsächlich gegeben hat, eines Nachts über die Grenze ins Nachbarland zu gelangen.

Unauffällige Kleidung und nur die Mitnahme „leichten Gepäcks“ lautet die Vorgabe, an die sich alle Flüchtlinge halten sollen. Walter Benjamin hingegen erscheint nicht nur verspätet, sondern auch bekleidet mit einem riesigen Hut, einem rotem Schal und in Begleitung eines großen, roten Koffers. Die Begeisterung bei Frau Fittko und den Mitreisenden fällt nachvollziehbar verhalten aus.

Aber: „... wenn so ein kluger Mann unbedingt einen schweren Koffer über die Berge schleppen wollte, dann hatte er bestimmt einen guten Grund dafür.“ Aber welchen? Was befindet sich in diesem Koffer, den der sonderliche Mann auf der Flucht mit sich trägt?

„...was in diesem Koffer ist, kann alles verändern.“ so sagt er.

Das großformatige Buch regt an und zeigt auf. Ein Koffer wird zum stummen Protagonisten und hat doch so viel zu sagen.

Dank der collagenartigen Illustrationen, die mit Formelementen sowie vielen Schattendarstellungen spielen, werden die jeweiligen Szenen emotional bestens dargestellt.

Ein wunderbares Bilderbuch, das sich dem Thema Flucht und Ankommen auf alternative Art nähert und Türen öffnet.

 

Anja Kuypers

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Der geheimnisvolle Koffer des Herrn Benjamin

Pei-Yu Chang

NordSüd Verlag (2017)

Bilderbuch

48 Seiten

ISBN 978-3314103827

Preis 18 €

Ida und die Welt hinterm Kaiserzipf“ von Linda Schwalbe, NordSüd (2020)

 

Dieses Bilderbuch ist Ida Pfeiffer gewidmet, einer Pionierin auf dem Gebiet der Reiseschriftstellerei.

Mit gut 40 Jahren macht sie sich zur Mitte des 19. Jahrhunderts alleine auf den Weg, die Welt zu bereisen. Dieses Unternehmen gleicht für damalige Verhältnisse einem Eklat. Denn sie wagt es, sich gegen das Establishment aufzulehnen.

„Hinterm Kaiserzipf“, einer kleinen Anhöhe in der Nähe Wiens, kommt Ida zur Welt und genießt dort eine glückliche Kindheit. In der Nähe ihrer Brüder kann sie sein, wie sie ist: ungezwungen, wild, spielerisch und neugierig. Schon immer wollte sie wissen, wie die Welt außerhalb Wiens aussieht und sehnt die Ferne herbei.

Ihrer Mutter zuliebe, die sie stets nötigt, eine richtige Dame werden zu müssen, heiratet Ida und bekommt Kinder. Erst als die Ehe in die Brüche geht und ihre Kinder das Haus verlassen, wagt sie den Schritt und erfüllt sich den sehnlichsten aller Wünsche: das Reisen.

Ihre Reisedokumentationen lesen sich gut und werden erfolgreich verlegt. Von den Einnahmen finanziert Pfeiffer ihre weiteren Unternehmungen. Der Kreis schließt sich.

Sehr bunt und sehr farbenprächtig – genau wie das Leben Pfeiffers – erzählen die Illustrationen die Geschichte auf ihre Art.

Ungewöhnlich für ein Bilderbuch, ist der in der Ich-Perspektive verfasste Text in Kapitel eingeteilt, ähnlich ihrer Lebens- und Reiseabschnitte.

Das Buch gewinnt zurecht den „The White Ravens“-Preis 2020.

Ida-Pfeiffer – eine interessante und mutige Frau, die in einem tollen Buch würdig präsentiert wird. Und wieder einmal ist bewiesen, dass es für Aufbrüche und Neuanfänge nie zu spät ist.

 

Anja Kuypers

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Ida und die Welt hinterm Kaiserzipf

Linda Schwalbe

NordSüd Verlag (2020)

Bilderbuch

64 Seiten

ISBN 978-3314105197

ca. Preis 18 €

Buffo das kleine Bergschaf“ von Bill Peet, Esslinger Verlag (2020)

 

„Buffo war ein mageres, etwas zu klein geratenes Bergschaf. Wirklich groß an ihm waren nur seine gewaltigen Hörner.“

Seine Hörner sind permanent im Weg, hindern ihn am Klettern und lähmen seine Herde im gemeinsamen Bergwandern. Also beschließt Buffo alleine weiterzuziehen. Er möchte niemandem zur Last fallen.

Aus anfänglicher Traurigkeit über den Verlust seiner Herde entwickelt sich eine Wut, und Buffo versucht mit aller Macht die gigantischen Hörner loszuwerden. Ohne Erfolg.

Kurzerhand entscheidet er sich für ein Leben jenseits der hohen Berge in der Ebene und verlässt unter Einsatz seines Lebens mutig und entschieden das Gebirge.

Fortan lebt er aus Furcht vor den Menschen inmitten einer Viehherde, die ihn zwar kommentarlos aufnimmt, aber auch nicht weiter beachtet. Hier fällt Buffo am wenigsten auf.

Die Jäger entdecken ihn trotzdem und machen Jagd auf das Bergschaf mit den „preisverdächtig“ langen, außergewöhnlich geformten Hörnern.

Buffo läuft weg. In die Berge. Denn dort kennt er sich aus... Plötzlich erweisen sich die gebogenen Hörner als extrem brauchbar.

Die LeserInnen begleiten das sympathische Bergschaf auf seinem von Höhen und Tiefen gezeichneten Lebensweg.

Ein Buch, das vom Anderssein und bunter Vielfalt erzählt.

Bill Peet (1915-2002) – Autor und Illustrator - war jahrelang Zeichner bei Disney, bevor er selbstständig Kinderbücher schuf und „Buffo“ bereits 1967 erstmalig veröffentlichte.

Seine Illustrationen sind warmherzig. Die Figuren kindgerecht, zum Greifen nah gestaltet.

ine Geschichte, die genau so gut als Disney-Kurzfilm funktionieren könnte.

 

Anja Kuypers

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Buffo das kleine Bergschaf

Bill Peet

Esslinger Verlag (2020)

Bilderbuch

56 Seiten

ISBN 978-3480235667

ca. Preis 14 €

Füchslein in der Kiste“ von Antje Damm, Moritz Verlag (2020)

 

Auf ihre unnachahmliche Art formuliert, illustriert und montiert Antje Damm die Geschichte, die von einer außergewöhnlichen Freundschaft zwischen Fuchs und Hase erzählt.

Ein Fuchs reist umher, auf der Suche nach einem letzten Ort, an dem er sich altersbedingt zur Ruhe setzen kann. Er wird fündig, und erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass es ein Friedhof mitten im Wald ist. Dessen nicht genug hat er passenderweise einen Sarg mitgebracht, in dem sich Massen von Tomatensuppe in Dosen befindet. Seine Leibspeise.

Neugierig und angezogen von dem seltsamen, neuen und vor allem noch lebendigen Bewohner der üblicherweise letzten Ruhestätte für Tote, nähern sich zahlreiche Kaninchen dem Schauplatz.

Sie überwinden ihre Angst vor dem eigentlichen Erzfeind und kommen vorsichtig auf den Fuchs zu. „Vor mir braucht ihr keine Angst zu haben“, sagt der Fuchs. „Ich bin uralt, habe keine Zähne mehr und mag nur noch Tomatensuppe. Kaninchen sind mir viel zu zäh!“

Nachdem die Gefahrenlage geklärt ist, entsteht eine innige Freundschaft. Fuchs erzählt viele Geschichten aus seinem Leben, sie spielen gemeinsam und haben einfach nur Spaß.

Aber der Abschied naht...

Sehr gekonnt wird in diesem zauberhaften Buch das Thema Tod aufgegriffen und herrlich einfach sowie absolut selbstverständlich und zum Leben dazu gehörend dargestellt.

Das Ende der Geschichte stimmt vielmehr heiter, statt traurig. Denn die Kaninchen singen ihr letztes Lied für den Fuchs, und die Wahl des Songs ist besonders.

Ach könnten der Tod und die endlichen Abschiede doch immer so schwerelos sein... Schön!

 

Anja Kuypers

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Füchslein in der Kiste

Antje Damm

Moritz Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3895653995

ca. Preis 12,95 €

Kleines Pferdchen Mahabat“ von Satomi Ichikawa, Moritz Verlag (2020)

 

Mit überzeugender Einfachheit wird hier die Geschichte vom kleinen Mädchen Djamilia erzählt, die ihre Ferien bei den Großeltern in der Steppe Kirgisistans verbringen darf.

Oma und Opa sind Nomaden und ziehen mit den Wildpferdeherden umher. Djamilia ist begeistert von dem Leben mit den Tieren und der Wohnsituation in der Jurte. Es ist so anders als ihr Zuhause in der Stadt.

Als sich ein kleines, schwarzes Fohlen der Herde verletzt, pflegt und versorgt Djamilia es liebevoll. Sie nennt es Mahabat, was Liebe bedeutet.

Das kleine Mädchen lernt Verantwortung zu übernehmen und widmet sich vollends ihrer Aufgabe.

Auf zurückhaltende Weise gewährt dieses Buch einen Einblick in ein fernes Land und den dortigen Lebensumständen.

Eingebettet in eine zauberhafte Mensch-Tier-Geschichte und erzählt in der Ich-Perspektive Djamilias.

Die Geschichte ist fein illustriert und vermittelt beim (Vor-) Lesen Ruhe und Gelassenheit.

Ein zauberhaftes Pferdebuch für die ganz Kleinen.

 

Anja Kuypers

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Kleines Pferdchen Mahabat

Satomi Ichikawa

Moritz Verlag (2020)

Bilderbuch

40 Seiten

ISBN 978-3895653940

ca. Preis 14 €

Lieber Besucher aus dem All“ von Sophie Blackall, NordSüd Verlag (2020)

 

Was sollte ein Besucher aus dem All über uns Erdenbewohner wissen?

Diese Frage stellt sich ein kleines Kind und notiert sämtliche Ideen auf einer schier unendlich langen Papierbanderole.

Das Kind liegt mit Blick gen Himmel gerichtet gedankenverloren auf einem Bett und denkt nach. Dann beginnt es zu schreiben: „Liebes Wesen aus dem All, das hier musst du wissen, wenn du uns besuchen kommst.“

Am wichtigsten erscheint ihm eine Routenbeschreibung aus dem Weltraum bis zu uns. „Unser Planet ist der grün-blaue.“ Also bitte nicht falsch abbiegen...

Dieses Buch gräbt tiefer als die anderen Bücher seiner Art. Unterschiedliche Themen wie

Menschen, Wetter, Verkehr, Schule, Berufe, Nahrung, Musik und und und werden aus Kindersicht für den unbekannten Besucher erläutert und illustriert.

Sehr schön die Anspielung auf „Hier sind wir“ - Jeffers, Oliver (2018). Erschienen im NordSüd Verlag.

Eines von vielen Highlights sind die alternativen Beschreibungen blinder Menschen für die unterschiedlichen Farben: da heißt ein Schwarzton schon mal „Licht aus“.

Die Papierbanderole scheint nicht enden zu wollen und schlängelt sich weiter bis ins All. Ob sie dort auf anderes Leben treffen wird?

Und welche Fragen würden wir fremden Wesen stellen? „Ist es da, wo du wohnst, immer dunkel?“ oder „Hast du Haustiere?“

Die Geschichte ist eine Einladung an die LeserInnen, die Gedanken weiter zu spinnen und sich eigene Fragen zu überlegen.

Das Buch endet mit einer wunderbar ausführlichen und einfühlsamen Erklärung der Autorin, wie es zu diesem Buch gekommen ist.

Nachdem man diese sehr persönlichen Zeilen gelesen hat, muss man das Buch einfach erneut ansehen und stellt fest, dass die Wahrnehmung nun eine andere ist.

„Lieber Besucher aus dem All“, finde uns bitte, denn dieses Buch hat wirklich viel zu erzählen.

 

Anja Kuypers

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Lieber Besucher aus dem All

Sophie Blackall

NordSüd Verlag (2020)

Bilderbuch

80 Seiten

ISBN 978-3314105418

ca. Preis 18 €

Der Sternenbaum“ von Gisela Cölle, NordSüd Verlag (2020)

 

„Die Leute in den neuen Häusern kannten nicht einmal ihre nächsten Nachbarn. Sie gingen morgens eilig aus dem Haus, kehrten abends müde zurück....“

Ein alter Mann, der in seinem kleinen Haus abseits der Stadt wohnt, beobachtet das Spektakel tagein tagaus und versteht die Welt nicht mehr. Wo ist die Ruhe geblieben? Wo die Gelassenheit und das Beisammensein?

Der Winter hält Einzug und Weihnachten lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Erinnerungen werden wach und der alte Mann schneidet aus Goldpapier Sterne aus, um den Weg zu einem abseits gelegenen Baum weihnachtlich zu dekorieren.

Ob das „Leuchten“ der Sterne gegen die blinkenden Weihnachtsdekorationen von den Kaufhäusern in der Stadt überhaupt eine Chance hat?

Das Original der Geschichte vom Sternenbaum erschien bereits vor Jahren und wurde nun neu aufgelegt.

Die Geschichte setzt sich sozialkritisch mit den Unterschieden ländlicher und urbaner Lebensräume sowie vergangener Traditionen auseinander. Zu einer Jahreszeit, in der das Zusammensein eine besondere Rolle spielen sollte.

Was ist die Quintessenz des Lebens? Abstrakt gestaltete, großformatige Illustrationen und ein einfühlsamer Text versuchen Antworten zu geben.

Ein hübsches Bilderbuch für die weihnachtliche Vorlesezeit.

 

Anja Kuypers

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Der Sternenbaum

Gisela Cölle

NordSüd Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3314101793

ca. Preis 10 €

Kleines Schaf und große Wölfe“ von Steve Smallman, 360 Grad Verlag (2020)

 

Können Schaf und Wolf allerbeste Freunde sein?

Die Waldbewohner haben da so ihre Zweifel...

Sie haben große Angst vor dem Wolf und vermuten, dass er das Schaf, mit dem er zusammen lebt, gefangen hält, um es beizeiten lecker verspeisen zu wollen. Aber „Ich bin ein GUTER Wolf.“ meint dieser. Schaf ist derselben Meinung und heckt deshalb Pläne aus, wie die beiden ungleichen Freunde den anderen ihre Kameradschaft beweisen können. Denn Wolf führt tatsächlich nichts Böses im Schilde, meint das Schaf.

Also spielen sie draußen vor dem Haus, backen Muffins für alle und laden Freunde zu sich ein. Leider die verkehrten.... Denn als die Waldbewohner mitansehen, dass das kleine Schaf sich inmitten eines ganzen Rudels großer Wölfe befindet, formieren sie sich und stürmen das Haus.

Eine Geschichte über wahre Freundschaften und den Mut, sich über Feindseligkeiten hinweg zu setzen.

Mittels eines gelungenen Textmixes aus Comic-Elementen und Prosa sowie ansprechenden, kindgerechten Illustrationen setzt sich das wunderhübsche Buch gekonnt mit dem Entkräften von Vorurteilen auseinander.

Gerne empfohlen.

Anja Kuypers

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Kleines Schaf und große Wölfe

Steve Smallman

360 Grad Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3961855247

ca. Preis 13 €

Nichts los im Wald“ von Mireille Messier, Mixtvision Verlag (2020)

 

Vater, Mutter und zwei Kinder bestücken ihr Auto mit Utensilien für eine Übernachtung im Zelt mitten im Wald. Am Abend röstet man Marshmallows am offenen Feuer, fühlt sich wunderbar entspannt und gönnt sich eine Auszeit vom Alltag in der Stadt.

Als die Familie eingekuschelt im geschlossenen Zelt liegt und sich eine Gute Nacht wünscht, stellt der Sohn die Frage aller Fragen: „Papa, was machen die Tiere im Wald, während wir schlafen“

„Die machen nichts Besonderes“, antwortet der Vater vermeintlich wissend. Na, wenn er sich da mal nicht täuscht...

Denn dummerweise hat die Familie zur Nacht einen Rucksack auf dem Campingtisch liegen lassen, und das freut Frosch, Hirsch, Waschbär & Co..

Während die Familie wohlig in ihren Schlafsäcken liegt, entleeren die Tiere den Rucksack und machen sich am Inhalt zu schaffen. Wofür Zahnbürste und Kamm sich sonst noch eignen, finden die Stachelschweine heraus. Und die Waschbären können endlich ihrer Passion, dem Waschen nachkommen. Aber ob man dafür echtes Waschpulver nutzen sollte?

Die Überraschung für die Familie am nächsten Morgen könnte nicht größer sein. Von wegen die Tiere machen nachts nichts Besonderes.....

Das großformatige Bilderbuch startet textlos, bevor es strukturiert weitergeht. Linksseitig sind die Menschen mit ihren Vorbereitungen zur Übernachtung zu sehen, rechtsseitig die Tiere und wie sie die Menschen bereits beobachten. Dabei versuchen sie sich eher schlecht als recht zu verstecken. Witzige Bilder, wenn sie sich hinter dünne Baumstämme quetschen.

Nach und nach verwischt die ursprüngliche Struktur, wenn die Tiere sich in Richtung des Zeltes trauen. Vor dem nachtgrauen, dunklen Hintergrund kommen die Farben der Tiere, wie sie den Rucksack durchwühlen und sich mit den Inhalten beschäftigen, besonders gut zur Geltung.

Als würde ein Spot auf das Geschehen gelenkt werden.

Stets kommentiert durch die Vater-Sohn-Dialoge aus dem Zelt heraus über das Tun oder Nicht-Tun der Tiere bei Nacht.

Ein sehr schönes, lustiges Buch, das jede Menge Spaß macht und über die Wahrheit der Tiere bei Nacht im Wald erzählt.

 

Anja Kuypers

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Nichts los im Wald

Mireille Messier

Mixtvision Verlag (2020)

Bilderbuch

gebunden, 40 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3958541597

Preis 16 €

Wo ist mein Hut“ von Jon Klassen, NordSüd Verlag (2020)

 

Bereits 2013 gewann Jon Klassen mit dem Bilderbuch „Wo ist mein Hut“ den Dt. Kinder- und Jugendliteraturpreis. Nun wird der Klassiker erstmalig für die Kleinsten als Pappbilderbuch im handlichen Format mit sehr robuster Seitenstärke verlegt.

Erzählt wird die Geschichte des Bären, der seinen Hut vermisst und seitdem auf der Suche nach ihm ist. „Er ist rot und spitz!“ „Mein armer Hut. Er fehlt mir so!“

Fuchs, Frosch und Schildkröte werden vom Bären befragt, können aber leider gar nicht weiterhelfen. Dabei sollte der Bär eigentlich schon längst das Kaninchen bemerkt haben, das einen roten, spitzen Hut trägt, den es zuvor noch nie auf dem Kopf hatte.

Man möchte dem Bären zurufen: „Schau` doch mal das Kaninchen an.“ Es kommt wie es kommen muss... Der Bär erinnert sich, das Kaninchen mit einem Hut gesehen zu haben, der seinem sehr ähnelt und läuft zu ihm. Armes Kaninchen...

Das Buch eignet sich hervorragend zum Nacherzählen. Alle Texte sind als wörtliche Rede formuliert. Allerdings verzichtet der Autor auf Satzzeichen und kennzeichnet stattdessen die Redebeiträge der unterschiedlichen Handlungsteilnehmer in verschiedenen Farben.

Die auf das Wesentliche reduzierten Illustrationen sind linksseitig und die dazugehörigen Texte rechtsseitig untergebracht. Ein klare Struktur für eine einfache Geschichte, die intensiv wirkt.

 

Anja Kuypers

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Wo ist mein Hut

Jon Klassen

NordSüd Verlag (2020)

Pappbilderbuch

gebunden, 34 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3314105470

Preis 12 €

Roberts weltbester Kuchen“ von Anne-Kathrin Behl, NordSüd Verlag (2020)

 

Roberts Vater ist cool. Er strickt, trägt Bart, ist tätowiert und – was am allerwichtigsten ist – scheint der beste Freund seines kleinen Sohnes Robert zu sein. Gemeinsam chillen sie mit Hund Mopsi auf dem Balkon, als Robert die Idee hat, ein Kuchenfest für alle Freunde zu veranstalten. Selbstredend stimmt der Vater zu und hilft bei der Gestaltung der Einladungskarten „15 Uhr. Kuchenfest im Haus Nr. 4“. Leider werden die Karten kurz nach ihrer Fertigstellung vom Wind fort getragen. Oh je....

Die beiden machen aus der Not eine Tugend und gestalten das Fest für sich selber. Vater setzt den Salzteig an und Robert modelliert eine Torte, die sich sehen lassen kann.

Punkt 15 Uhr klingelt es an der Haustüre. Wer das wohl sein mag? Nach und nach stehen doch noch zahlreiche geladene, aber vor allem ungeladene Gäste vor der Türe und bitten um Einlass zum Kuchenfest. Eine bunte Gesellschaft: die Giraffe reiht sich hinter dem Polizisten ein und die Katze vor dem Monteur. Schnell muss Robert einen größeren Kuchen gestalten und die Gäste helfen kurzerhand mit. Sie kreieren und modellieren Dinge aus ihrer Alltagswelt. So modelliert der Schornsteinfeger einen neuen Schornstein für sich und Supermann hilft der Giraffe bei einer Selbst-Skulptur. Solch ein besonderes Kuchenfest hätte das wunderbare Vater-Sohn-Gespann bestimmt nicht erwartet.

Mit Charme und Charakter verläuft die Geschichte unaufgeregt ansprechend. Einfach und schön!

 

Anja Kuypers

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Roberts weltbester Kuchen

Anne-Kathrin Behl

NordSüd Verlag (2020)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3314105340

Preis 15 €

Treiben lassen“ von Peter Van den Ende, Aladin Verlag (2020)

 

Das textlose, großformatige Buch nimmt die LeserInnen mit auf eine Reise in die Welt der schwarz/weißen Illustrationen.

Stets präsent ein Papierboot, das von zwei Gestalten gefaltet und auf den großen Ozean entlassen wird. Begleitet von einem Schwarm Seevögel geht das Boot auf große Reise.

Meeresschildkröten und der von Muscheln überzogene Wal beäugen das Gefährt neugierig. Es wird von Fischen getragen und begegnet immer wieder seltsamen Meereskreaturen.

Als das Papierboot auf ein Seepferdchen mit Schachbrettmuster und Papierhütchen trifft, erhebt sich dieses eigenmächtig zum Kapitän des Bootes und segelt mit vor Stolz geschwellter Brust weiter über die Meere. In verwurzelten Mangrovenwäldern findet das Pferdchen Erstaunliches...

Der Autor und Illustrator unternimmt eine Reise durch die Welt, vorbei an riesigen Eiswäldern, Meeresengen und durch diverse Höhlen, über eine See die nachts ruhig ist und auf der sich die Sterne spiegeln.

Es scheint, als symbolisiere die Fahrt des Bootes die Höhen und Tiefen eines Lebens.

Sämtliche Illustrationen sind durch eine perspektivische Untersicht dargestellt, sodass die Wasserlinie als horizontale Trennlinie erkennbar ist und die Welten über und unter Wasser zu sehen sind. Fragen nach dem Dahinter wollen beantwortet werden.

Mit diesem Buch - als Hommage an das Leben - gelingt dem Autor ein besonderes Werk.

Und wenn man sich im Leben einfach mal treiben lässt, trifft man am Ende hoffentlich die oder den Richtig/en.

 

Anja Kuypers

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Treiben lassen

Peter Van den Ende

Aladin Verlag (2020)

Bilderbuch

gebunden, 96 Seiten

Altersempfehlung ab 7 Jahren

ISBN 978-3848901913

Preis 22 €

Krokodil, Giraffe und die große Überraschung“ von Daniela Kulot, Thienemann Verlag (2020)

 

Wieder einmal begeistert die Autorin und Illustratorin Daniela Kulot mit einem weiteren Abenteuer der Familie Krokodil-Giraffe. Eine warmherzige Geschichte um das optisch ungleiche Paar und ihren Familienzuwachs.

Eines Tages entdeckt Giraffe in ihrem Haus am Stadtrand eine rote Schnur, die unter der Haustüre hervorguckt.

„Irgendwas ist doch heute....“ versucht Mama Giraffe sich zu erinnern und beginnt zu grübeln. Ihre Kinder Krokira und Raffolo kichern nur und betonen ihre Unwissenheit. Also verfolgt die Familie gemeinsam die Schnur, auf der Suche nach dem anderen Ende.

Unterwegs treffen sie auf eine Ente am Fluss, ein Murmeltier auf dem Berg, eine Amsel in der Luft während ihrer Ballonfahrt, eine Katze auf dem Hausdach, ….. Das Ende der Schnur ist immer noch nicht in Sicht.

Dennoch verfolgen sie sie beharrlich weiter, derweil Giraffe immer noch überlegt, was das Besondere an diesem Tag war.

So einfach die Geschichte ist, so wunderbar ist deren Umsetzung gelungen.

Ein Familienabenteuer, das zum Nachahmen einlädt.

Die illustratorischen Feinheiten geben dem Buch den letzten Schliff. So hat die Hauseingangstüre zurecht vier verschieden hohe Öffnungen, damit auch jedes Familienmitglied ordentlich hindurchsehen kann.

Auf der vorderen und hinteren Umschlagseite wird der Weg der roten Schnur aus der Vogelperspektive abgebildet.

Die LeserInnen wissen also schon vor den ProtagonistInnen wohin der Weg sie führen wird...

Ein hübsches Bilderbuch mit ganz viel Liebe. Gerne empfohlen.

 

 

Anja Kuypers

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Krokodil, Giraffe und die große Überraschung

Daniela Kulot

Thienemann Verlag (2020)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3522459433

Preis 14 €

Das ist mein Baum“ von Olivier Tallec, Gerstenberg Verlag (2020)

 

Pronomen, wie mein, dein, unser werden in diesem Buch nicht nur kursiv hervorgehoben, sondern spielen tatsächlich eine wesentliche Rolle.

Es wird die Geschichte eines typisch hektischen Eichhörnchens erzählt, welches seinen Baum auf keinen Fall mit den anderen Tieren des Waldes teilen möchte. Entgegen der nachgewiesenen Vergesslichkeit der possierlichen Nager, erinnert sich dieses dieses Hörnchen sehr gut an all die Vorteile des Baumes als Nahrungsquelle sowie Schattenspender und erhebt alleinigen Anspruch auf ihn. So viele wunderbare Zapfen wollen nicht in die Pfoten weiterer Tierarten gelangen, meint der Nager.

Aber wie kann man sich und seinen Baum am besten gegen die anderen Waldbewohner schützen? Nach vielen Fehlversuchen muss eine Mauer her. Eine große, monströse, unüberwindbare Mauer. „Um meinen Baum und meine Zapfen zu beschützen, bräuchte ich eine sehr lange Mauer“.

Die Zufriedenheit dauert nicht lange an, denn die Antwort auf die Frage „Was, wenn hinter der Mauer weitere Bäume mit Zapfen auf mich warten?“ zermürbt den puscheligen Protagonisten.

Eine wunderbare Geschichte über das Nicht-Teilen-Wollen, eine ständig zehrende Unzufriedenheit sowie die Frage über das Was-wäre-wenn.

Der wenige Text, dargestellt in einer schlichten Schriftart, kommentiert die zumeist großformatigen, in warmen Waldtönen gehaltenen Illustrationen.

Sehr gelungen und gerne empfohlen.

 

Anja Kuypers

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Das ist mein Baum

Olivier Tallec

Gerstenberg Verlag (2020)

Bilderbuch

gebunden, 36 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3836960694

Preis 13 €

Waldtage!“ von Stefanie Höfler, Beltz & Gelberg Verlag (2020)

 

Eine ganze Woche lang dürfen die Kinder der Igel-Gruppe mit ihren Erzieherinnen Frau Ach und Frau Oha jeden Tag im Wald verbringen. Welch eine Freude!

Die täglichen Waldabenteuer sind bei den Kleinen eine willkommene Abwechslung zum Kita-Alltag. Wie der Wald wohl riecht? Manch einer der sechsköpfigen Gruppe vermutet, es wird glitschig oder sogar langweilig werden. Das kann doch gar nicht sein. Kaum im Wald angekommen, müssen die Kinder feststellen, dass es mehrere Arten von Grün gibt: moosgrün, grashüpfergrün, kanarienvogelgrün ....

Und vor den wilden Tieren muss sich auch niemand fürchten. Oder doch? Warum dürfen sie nicht mit dem Schokokuchen von Önder gefüttert werden? Der schmeckt doch nun wirklich jedem!

Die Kinder lernen viel und entdecken den Wald mit allen Sinnen.

Der Kreativität mit den Dingen, die der Wald parat hält, sind keine Grenzen gesetzt.

Kinderecht und ansprechend gelingt der zurecht mehrfach prämierten Autorin ein wunderbares Bilderbuch, das zum Waldspaziergang einlädt.

Unter Nutzung vieler Adjektive jongliert sie mit den Worten und rahmt alles in die Ich-Perspektive des namenlosen Kita-Kindes.

Ein Buch für alle Tage und für alle Sinne!

 

Anja Kuypers

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Waldtage!

Stefanie Höfler

Beltz & Gelberg Verlag (2020)

Bilderbuch

gebunden, 34 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3407758101

Preis 12,95 €

Ein Fuchs – 100 Hühner“ von Kate Read, Knesebeck Verlag (2020)

 

„1 hungriger Fuchs“ mit „2 listigen Augen“ und „3 dicke Hühner“ mit „5 warmen Eiern“. Nicht die besten Voraussetzungen für eine neue Freundschaft von Dauer und Wert...

Was will der rote Fuchs, wenn er vorsichtig an einer Türe anklopft? Federn fliegen und scharfe Zähne sind zu sehen. Will er nur spielen? Oder führt er doch Böses im Schilde, so wie es sich für einen Fuchs gehört?

Das Buch verfügt über einen wunderbaren Spannungsbogen, der aus einem simplen Buch über die Lehre des Zahlenbereiches 1 bis 10 mal schnell eine kurze Abenteuergeschichte macht.

Sehr gelungen!

Mit einfachem, aber ansprechendem Strich wird das Wesentliche fokussiert, und die Illustrationen rahmen den spannenden Text besonders gut ein.

Die Gestaltung der vorderen und hinteren Umschlagseiten ist ebenfalls äußerst gelungen und nimmt jeweils Bezug zu den Protagonisten des Buches.

Eine Geschichte über Mut und Zusammenhalt, in der aus 10 ganz schnell 100 werden können...

Gerne empfohlen!

 

Anja Kuypers

 

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Ein Fuchs – 100 Hühner

Kate Read

Knesebeck Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3957283849

Preis 13 €

Rezension zu „Dreieck Quadrat Kreis“ von Mac Barnett und Jon Klassen, NordSüd Verlag (2019)

 

Geometrie meets Literatur - Besonders gut gelungen mit diesem eleganten, hochwertigen Schuber, bestehend aus drei separaten Büchern nebst Poster für Kinder ab vier Jahren.

In jedem Buch nimmt eine der geometrischen Grundfiguren – Dreieck, Quadrat, Kreis - die Rolle des Protagonisten ein. Alle können sprechen, werden aber lediglich durch ein Augenpaar personalisiert.

Die drei kennen einander sehr gut. So wie echte Freunde streiten sie und vertragen sich wieder. Jede Figur wird durch besondere Eigenarten charakterisiert.

Quadrat wohnt in einer Höhle und stapelt gerne quadratische Kisten. Kreis hält ihn daraufhin für ein Genie und wünscht sich eine eigene Skulptur von Quadrat. Selbstverständlich sollte sie rund sein. Eine Herausforderung für das Viereck, mit dessen Umsetzung er sich redlich abmüht.

Das zweite Buch handelt von Kreis, der Angst vor der Dunkelheit hat. Als die drei Verstecken spielen lockt Dreieck Kreis in eine Höhle. Mutig folgt er ihm und entdeckt dort ein weiteres Augenpaar, das eindeutig nicht zum eingeschworenen Freundeskreis gehört...

Im dritten Buch neckt Dreieck seine Freunde erneut und spielt ihnen wieder Streiche. Es will Quadrat erschrecken. Das bleibt allerdings nicht folgenlos für ihn.

In personeller Weise erzählt und mit durchweg warmen Farben illustriert beginnt jedes Buch mit einer kurzen Auskunft über die jeweilige geometrische Figur und deren Lebensraum. Es endet jeweils mit einer Frage in direkter Ansprache an die/den Leser/in.

Mit einfachsten Mitteln schafft das Kreativduo in Text und Illustration eine wunderbare Annäherung der Mathematik an die Literatur.

Sehr gerne empfohlen!

 

Anja Kuypers

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Dreieck, Quadrat, Kreis

Mac Barnett und Jon Klassen

NordSüd Verlag (2019)

Bilderbücher Dickpappeinband

gebunden, 144 Seiten gesamt

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3314104985

Preis 99 € (im Schmuckschuber mit Plakat)

Einzelpreis je Buch 15 €

Der geheimnisvolle Fall des verschwundenen Mammuts“ von Karl James Mountfort, Tiger Stern Verlag (2018)

 

Dieses erzählende Sachbuch handelt vom kleinen Oscar, der nachts durch Geräusche vor seinem Fenster geweckt wird. Ist es ein Traum oder Wirklichkeit? Da steht doch tatsächlich „ein wuscheliges Mammut“ namens Timothy auf der Straße und hält nach seinem kleinen Bruder Teddy Ausschau, der alleine auf Erkundungstour ist.

Timothy bittet Oscar um Hilfe bei der Suche. Selbstredend, dass der große Dino-Fan unterstützt und schon beginnt eine wilde Verfolgungstour durch die Stadt.

Teddy verschwindet letztendlich im Stadtmuseum. Mit Blick auf die Fassade des Gebäudes wundert sich Oscar bereits jetzt schon, warum mitten in der Nacht die Lichter im Museum brennen.

Die Verwirrung wird vollkommen, als er eintritt. Denn alle Ausstellungsstücke sind lebendig und tummeln sich frei im Gebäude.

Ein unglaubliches Durcheinander mit einer ohrenbetäubenden Lärmkulisse erwartet ihn.

Sein Erstaunen könnte nicht größer sein, als Timothy ihm mitteilt, dass die Exponate jede Nacht für eine Stunde zum Leben erweckt werden. Wichtige Regel: sie müssen wieder rechtzeitig an ihren Ausstellungsorten sein. „Nachts im Museum“ lässt grüßen!

Teddy irrt weiter durch das Gebäude und das Ende der Zauberstunde naht. Die Suche spitzt sich zu. Auf ihrem Weg durch das Museum kommen sie durch viele Räume mit faszinierenden Museumsstücken. Oscar ist begeistert! So viele Skulpturen, Bilder und KünstlerInnen....

Die LeserInnen begleiten das Verfolgerduo durch sämtliche Abteilungen des Museums und erfahren auf diese Weise Wissenswertes über ausgestorbene Tiere und kaum bekannte Details zum Lebensraum lebendiger Tiere. Informationen über Kunst und Kultur hält der Büchereitrakt vor.

Die vielen, unterschiedlich formatierten Klappen zum Öffnen machen neugierig und schüren die Lust auf einen eigenen Museumsbesuch.

Ein Buch für Entdecker – eine Hommage für die vielen, wunderbaren Museen, die auf große und kleine BesucherInnen warten.

 

Anja Kuypers

 

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Der geheimnisvolle Fall des verschwundenen Mammuts

Karl James Mountfort

Tiger Stern Verlag (2018)

Bilderbuch

24 Seiten

ISBN 978-3961855148

Preis 15 €

Rezension zu „Pssst Ich lese“ von John Kelly, 360 Grad Verlag (2019)

 

Bella ist ein ganz normales Mädchen. Bekleidet mit zwei unterschiedlich farbigen Socken liegt sie an einem verregneten Sonntag gemütlich auf ihrem Bett im wüsten Kinderzimmer und liest.

Im illustrierten Kinderzimmers erkennt man, dass Bella sich in einer altersgerechten Umbruchphase befindet. So zieren auf der einen Seite diverse Poster die Wände und auf der anderen Seite ist immer noch Platz für Puppen und kindgerechtes Spielzeug. Vorne an ein riesiges Piratenschiff, welches auf der Fensterbank thront.

Vertieft in ihr Buch, bemerkt Bella zunächst nicht, dass nach und nach die Spielsachen lebendig werden und sie zum Mitmachen heraus fordern.

Die Piraten möchten mir ihr Abenteuer erleben, die Pinguine gemeinsam musizieren. Dabei möchte das Mädchen einfach nur in Ruhe lesen.

Werden die Spielsachen vernünftig und lassen sie in Ruhe? Werden sie sich alleine beschäftigen können?

Die Antworten zu diesen und weiteren Fragen liefert die Illustratorin des Buches auf besonders gelungene Weise. Das Gewusel, wenn alle versuchen Bella zum Spielen zu animieren, löst sich nach kurzer Zeit auf und die Bilder strukturieren sich emotional neu.

Ansichten erfahren eine optische Einteilung, welche eigentlich gänzlich auf Text verzichten könnte.

Die Geschichte, die sich der Notwendigkeit des Lesens grundsätzlich und in seiner Vorbildfunktion im Allgemeinen annimmt, ist nicht neu.

Aber mit diesem Buch wieder einmal mehr sehr gut umgesetzt und absolut empfehlenswert.

 

Anja Kuypers

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Psst! Ich lese!

John Kelly

360 Grad Verlag (2019)

Bilderbuch

gebunden, 32 Seiten

Altersempfehlung ab 4 Jahren

ISBN 978-3961855186

Preis 12,90 €

Die Fabel von Fausto“ von Oliver Jeffers, NordSüd (2020)

 

Unzufrieden und griesgrämig läuft der akkurat gekleidete Fausto durchs Leben und meint, alles müsse ihm gehören. „„Du gehörst mir“, sagte Fausto zu der Blume.“

Arrogant hochnäsig macht er sich auf diese Weise Vieles zu eigen: ein Schaf, einen Baum, einen Berg, den Wald, das Feld, ….

Kaum einer gibt Widerworte und fügt sich direkt seiner Herrschaft. Man spürt die Zunahme der Machtbesessenheit Faustos. Je mehr er besitzt, desto größer ist sein Verlangen nach mehr.

Fabelartig beschreibt Jeffers das Verhalten vieler Menschen. Zufriedenheit und Freude über das, was man hat, gibt es kaum noch. Das Streben nach mehr ist en vogue.

Auch Fausto übernimmt sich, will immer mehr und steht sich dabei am Ende selbst im Weg.

Jeffers thematisiert zusätzlich die andere Seite: denn auch die sture Akzeptanz und das Aufgeben selbstständigen Denkens scheint zuzunehmen. Kaum einer stellt mehr Fragen nach dem Warum. „Wenn du meinst...“ Deshalb können Machtinhaber wachsen.....

Fausto kennzeichnet in der Geschichte sein Eigen mit neonfarbigen Farbakzenten. Auf den ersten Blick erkennbar: meins!

Das Buch arbeitet mit einem speziellen Verfahren der Lithografie-Technik zur Darstellung des Textes. Groß und mächtig thront er im jeweils oberen Seitenbereich und mimt eine Überschrift für jede einzelne Illustration.

Ein wunderbares Werk, das nachdenklich stimmt und bestenfalls wachrüttelt.

 

Anja Kuypers

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Fausto

Oliver Jeffers

NordSüd (2020)

Bilderbuch

96 Seiten

ISBN 978-3314105234

18 €

Meine Freundin Erde“ von Patricia Mac Lachla, NordSüd Verlag (2020)

 

„Meine Freundin Erde erwacht aus dem Winterschlaf“ - in Person eines kleinen, dunkelhäutigen Mädchens, die auf einer Wolke zu ruhen scheint und langsam wach wird. Es ist unsere Freundin Erde. Neugierig, aber vorsichtig folgt sie einem kleinen Vogel auf dem Weg in Richtung Frühjahr. Behutsam schaut sie bei den Pflanzen und Tieren nach dem Rechten. Die Natur erwacht und Freundin Erde ist ausgeschlafen aufmerksam. Sie erfreut sich an den ersten Sprösslingen, dem tierischen Nachwuchs und dem klaren Himmel. Die Erde kümmert sich um das Wohlbefinden der Natur, indem sie zur richtigen Zeit für das passende Wetter sorgt. Regen für die Pflanzen, aber auch die Herbststürme müssen sein.

Das Mädchen alias unserer Freundin Erde beobachtet alles ganz genau. Sie beschützt und möchte sicher sein, dass alles in bester Ordnung ist.

Die LeserInnen begleiten die Erde durch den Jahreskreislauf der Natur, bevor sie sich zum Wintereinbruch wieder zum Schlafen bettet.

Das Buch spielt mit unterschiedlich großen Klappen aus Papier zum Drunter- und Durchsehen. Eine schöne Ergänzung, die der Geschichte den letzten Schliff verleiht.

Unsere Freundin Erde beschützt und muss dringend beschützt werden, damit der Jahreskreislauf auch zukünftig mit all seinen natürlichen Facetten stattfinden kann.

Ein schönes Buch, das der Erde eine Persönlichkeit verleiht.

 

Anja Kuypers

 

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Meine Freundin Erde

Patricia MacLachlan

NordSüd Verlag (2020)

Bilderbuch

44 Seiten

ISBN 978-3314105128

18 €

Zitronenkind“ von Nele Brönner, NordSüd Verlag (2020)

 

Was ist ein Zitronenkind?

Ein Zitronenkind ist grün und hängt inmitten seiner goldgelben Geschwister im Zitronenbaum. Aufgrund seiner Andersartigkeit muss sich das Zitronenkind Toni Gemeinheiten gefallen lassen. Sprüche wie „Wer grün ist wie ein Pooopel, bleibt oben, bleibt oben“ oder „Ich sehe was, was Du nicht siehst und das ist gelb“ hört er täglich, während alle an den Ästen baumeln und zappeln.

Toni macht das einzig Richtige: er versucht seine Geschwister zu ignorieren.

Während diese reifen und sich nach und nach vom Baum fallen lassen, bleibt Toni am Baum hängen. Unsicher, was passieren wird.

Denn jeder erwartet gelbe Zitronen, aber doch keine grünen....

Ermutigung erfährt der Kleine von einem Affen, einem Käuzchen und einem Stachelschwein. „Die Welt ist wirklich groß und es gibt viel, wohin Zitronen gehen und was sie werden können“, teilen sie ihm mit und stellen Dinge wie Zitroneneis, Seife oder Bonbons in Aussicht.

Und mit einem „BLOMP“ fällt er eines Tages zu Boden. Was nun? Da liegt er nun alleine im grünen Gras, beäugt vom Gemüse eines benachbarten Beetes.

In diesem Buch haben die Zitronen Gliedmaßen und können reden. Ihre Mimik spricht Bände.

Wunderbar illustriert erzählt die Geschichte vom Wachsen und vom Mut loszulassen.

Ergänzend wird die Andersartigkeit thematisiert und bildhaft in Szene gesetzt.

Inspiriert von den Arten und der Farbprächtigkeit der Zitrusfrüchte, rahmen die Umschlagseiten die Geschichte vom Zitronenkind bestens ein.

Ein sehr schönes Buch!

 

Anja Kuypers

 

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Zitronenkind

Nele Brönner

NordSüd Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3314105241

15 €

Zippy Chippy“ von Artie Bennett, NordSüd (2020)

 

Man kann sich seine Familie einfach nicht selber aussuchen.

Diese Erfahrung muss auch das Pferd Zippy Chippy machen, das in eine Familie hochdotierter und renommierter Rennpferde hineingeboren wird. Selbstredend, dass man auch von ihm erwartet, jedes Rennen zu gewinnen und dem Besitzer zu Ruhm und Ansehen zu verhelfen.

Die Wetterfolge mit Zippy Chippy am Start bleiben nicht nur aus, sondern er wird zum Gespött des gesamten Rennsports. Er ist das langsamste Rennpferd, welches die Welt bislang gesehen hat. Der Pferdesport macht sich über ihn lustig.

Erst durch den Verkauf an einen Puerto Ricanischen Pferdehändler ändert sich das Leben Zippys. Von Stund an erfährt das Pferd erstmalig Vertrauen und Zuneigung. Dadurch wird es zwar nicht schneller, gewinnt aber an Selbstbewusstsein. Durch die Beharrlichkeit des Südamerikaners und das Verständnis für die Andersartigkeit seines Pferdes, kippt die Stimmung bei den Zuschauern und Zippy Chippy mutiert zum Publikumsliebling.

Die Geschichte ist wahr. In diesem Buch wunderbar illustriert und beschrieben. Nicht nur für Pferdefreunde oder Anhänger des Pferderennsports.

Sie vermittelt die Notwendigkeit, eigene Wege zu gehen und sich seiner besonderen Fähigkeiten und Eigenarten nicht zu schämen. Jeder ist anders und das ist auch gut so.

Zippy Chippy darf heute seinen Lebensabend auf einem Hof für ausgediente Rennpferde verbringen. Das Buch wurde gerne gelesen und wird gerne empfohlen!

 

Anja Kuypers

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Zippy Chippy

Artie Bennett

NordSüd (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3314105142

15 €

Endlich Wochenende“ von Saskia Halfmouw, Esslinger Verlag (2020)

 

Immer wieder steht plötzlich, nach fünf Werktagen, das Wochenende vor der Türe. Eine Zeit, in der man entspannen und zur Ruhe kommen soll. Eine Zeit, die für die Familie reserviert ist.

Aber was kann man denn unternehmen? Es gibt doch so viele Wochenenden im Jahr.......

Dieses Buch ist ein Füllhorn an Beispielen, was die Wochenenden alles bieten können.

Anfeuern auf dem Fußballplatz, Einkaufen auf dem Wochen- oder im Supermarkt, Abkühlen im Schwimmbad oder Lesen in der Bücherei oder oder oder .... Vieles mehr wird in diesem bunten Wimmelbuch grob nach Jahreszeiten skizziert.

Entgegen anderer Wimmelbücher werden die LeserInnen nicht aufgefordert, bestimmt Dinge oder Menschen zu suchen. Einfach ansehen, entdecken und darüber sprechen.

Den Aufmerksamen wird auffallen, dass die Autorin Hundeliebhaberin zu sein scheint. Als ständige Begleiter der Menschen tauchen sie immer und überall auf.

Jonglieren mit Orangen im Supermarkt? Ein Spaziergang mit Pinguin? Fußballspielen im Museum? In „Endlich Wochenende“ ist alles möglich.

Ein schönes Buch mit vielen illustratorischen Vorschlägen für ein kurzweiliges Wochenende.

 

 

Anja Kuypers

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Endlich Wochenende

Saskia Halfmouw

Esslinger Verlag (2020)

BIlderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3480235728

13 €

Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen“ von Kathryn Cristaldi, Mixtvision Verlag (2020)

 

Erst wenn die Gänse am Lagerfeuer Stockbrot backen, höre ich auf, Dich zu lieben. Und erst wenn die Schafe ein Segelboot durchs Meer steuern, höre ich auf, Dich zu lieben.

Dass dies zutreffen wird ist unglaublich und unwahrscheinlich, sodass es vermutlich bei einer immer währenden Liebe bleibt. Wie schön!

Das Buch spielt mit sich wiederholenden Textzeilen „Ich lieb dich, bis...“, gefolgt von dem Vergleich mit einer Tierart: „Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen.“ Wird nicht passieren, also lieb ich Dich einfach!

Liedzeilengleich werden die kurzen Texte als Paarreim dargestellt.

Am Ende erwartet den aufmerksamen Leser eine Zusammenfassung aller im Buch genannten Tiere, bevor es heißt „Ich lieb Dich so lange, bis..... und das wird nie passieren. Also werde ich dich immer lieben.“

Geborgenheit macht sich breit. Eingebettet in einer bunten Welt hübscher Illustrationen.

Eine schöne Geschichte für die Liebe zwischen Eltern und Kindern sowie unter Paaren, gleich welchen Alters. Eine tolle Geschenkidee.

Anja Kuypers

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Ich lieb dich, bis die Kühe fliegen

Kathryn Christaldi

Mixtvision Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3958541528

15 €

Der Zyklop“ von Daan Remmerts de Vries, Gerstenberg Verlag (2020)

 

Im kleinen, beschaulichen Örtchen Krümelspritz leben außergewöhnliche Insekten, wie die rote Kreuzspinne oder die Wasserjungfer. Alle sind besonders lieb und respektvoll im Umgang miteinander.

Ein Zyklop nähert sich dem Dorf. Mit nur einem Auge kann man bekanntlich nicht so gut sehen und deshalb zertritt er einiges, als er in Krümelspritz ankommt. Die freundlichen Bewohner schimpfen nicht, sondern verhelfen dem Zyklopen zu mehr Durchsicht, indem sie ihm eine Brille fertigen. Statt zu danken, zerstört das Monster nun – da er besser sehen kann – absichtlich und weiterhin Häuser und Straßen. „Jetzt sehe ich endlich, was ich tue!“ Er vernichtet das gesamte Dorf, bevor er zufrieden wieder seines Weges zieht.

Fassungslosigkeit macht sich breit. Aber statt Wut und Gräuel, haben die Krümelspritzer Mitleid mit dem Einäugigen. Denn trotz neuer Brille, scheint er immer noch nicht klar sehen zu können, worauf es im Leben ankommt: Respekt und Miteinander!

Die Bewohner leben es vor, bauen ihr Dorf gemeinsam kleinschrittig wieder auf und bleiben genauso freundlich, wie vor dem Besuch des Zyklopen.

Die Geschichte ist ein emotionaler, kleiner Ritt. So sympathisiert man zunächst noch mit dem Zyklopen, entwickelt gar eine Spur Mitleid wegen seines eingeschränkten Sehvermögens. Und genauso zügig mutiert er zum Antihelden, zum Monster.

Die zunächst gewöhnungsbedürftigen Illustrationen treffen stets den Nerv der Geschichte. Diese kommt ohne viel Text aus. Selbsterzählend variieren die Illustrationen passend zum Text.

Die Haptik des Buchumschlages macht das Bilderbuch zu einem besonderen Ganzen.

 

Anja Kuypers

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Der Zyklop

Daan Remmerts de Vries

Gerstenberg Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3836956987

15 €

Hans Christian Andersen – Die Reise seines Lebens“ von Heinz Janisch, NordSüd (2020)

 

„Das wunderbarste Märchen, ist das Leben selbst.“

Mit diesem Satz des berühmtesten Märchenautors überhaupt, beginnt ein wunderbares Bilderbuch, das seinesgleichen sucht.

In der Geschichte trifft Hans Christian Andersen während einer Kutschfahrt auf eine Mutter und ihre kleine Tochter Elsa. Dem Mädchen ist während der Fahrt langweilig und Andersen macht das, was er am besten kann: er erzählt Geschichten. Und zwar die seines eigenen Lebens. „Ich erzähle dir von einem Jungen der fliegen lernte...“

Er unternimmt eine Reise in seine eigene Vergangenheit, nimmt die kleine Elsa dabei mit und erzählt ihr in der Ich-Perspektive von seiner unbeschwerten, glücklichen Kindheit, von der Zeit während des Krieges und von dem Moment, als sich für ihn alles ändern sollte. Denn bereits mit 13 Jahren entscheidet er sich für ein Leben jenseits der Mauern seiner Heimatstadt Odense in Dänemark und geht auf Reisen, um die Theaterbühnen zu erobern. Auch das Schreiben wird zu seinem ständigen Begleiter. Elsa hört ihm fasziniert zu.

Das Buch beginnt mit ersten Darstellungen im comicähnlichen, teils textlosen, schwarz/weiß Stil, bevor sich die Illustrationen – ab dem Zeitpunkt, an dem er endlich seinen Traum leben und Geschichten spielen, erzählen und schreiben darf - in großformatige, bunte verändern. Allesamt sehr anschaulich und wunderbar gezeichnet.

Das Buch begeistert auf der ganzen Linie. Es macht neugierig mehr über diesen stets jung gebliebenen Schriftsteller erfahren zu wollen.

Phantastisches überall....

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Hans Christian Andersen – Die Reise seines Lebens

Heinz Janisch

NordSüd (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3314104220

16 €

Im Garten von Oma Apo“ von Tang Wei, Baobab Verlag (2020)

 

Oma Apo ist anders. Sie erscheint ärmlich, kleidet sich nicht wie die meisten Menschen und sammelt das weggeworfene Gemüse vom Boden der Marktstände auf, statt es frisch einzukaufen. Was will sie nur damit? Die umstehenden Leute beäugen sie und schütteln die Köpfe über ihre Andersartigkeit.

Zu Hause angekommen füttert sie ihre Hühner und Enten, die auf dem Dach ihres Wohnhauses leben, mit dem Sammelgemüse. Aha! Ein Mietshaus inmitten einer großen Stadt. Und oben auf jede Menge Federvieh und viele Gemüsepflanzen. Nur die wenigsten wissen, das Oma Apo hoch über den Dächern der Stadt ihr eigenes Kleinod geschaffen hat. Eine grüne Oase inmitten von Wohnblöcken und Straßenlärm. Und nicht nur das: das Gemüse scheint mit der Großmutter zu sprechen:„kch kch.“ Kann man hören. Oder:„Hilfe, die fetten Raupen wollen mich fressen!“ Der Chinakohl macht sich bemerkbar. Oma Apo weiß genau was zu tun ist. Ihre Erntemenge fällt stets so üppig aus, dass sie nicht nur ihre eigene Familie mit frischen Lebensmitteln versorgen kann, sondern auch die anfänglich schräg schauenden Zweifler.

Das Buch ist eine Hommage an vergangene Zeiten, in denen noch selber angepflanzt, geerntet und gekocht wurde. Mit diesem Buch beschreibt die Autorin ihre eigene Großmutter, ihre Kindheit und den Versuch, den Gartengeruch zu konservieren.

Mit sanften Strichen gibt sie der Geschichte ihren illustratorischen Rahmen und es gelingt ein wunderbares Bilderbuch.

Sehr gerne empfohlen!

Es geht also doch: Eigenanbau im größeren Stil in der Stadt. Wie schön wie wichtig.

 

Anja Kuypers

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Im Garten von Oma Apo

Tang Wei

Baobab Verlag (2020)

Bilderbuch

32 Seiten

ISBN 978-3905804997

16,50 €

 

Ich bin fast genau wie du“ von Karl Newson, Thienemann Verlag (2020)

 

Vergleicht sich ein Kind mit einem Wildschwein beim Essen, scheint die Frage nach der Manierlichkeit geklärt. Oder doch nicht?

Und auf welche Art tarnt sich ein Zebra? Ist es tatsächlich Meister im Verstecken? Oder braucht es doch mehr Zeit, um den kleinen Jungen von nebenan zu finden?

In diesem hübschen Bilderbuch werden Vergleiche zwischen Mensch und Tier gemacht. Es geht um Größe, Alter, Sport, Spiel und Spaß. Und alles unter dem Motto: es ist gut, dass Du so bist, wie Du bist.

Jeder hat besondere Fähigkeiten, ein besonderes Aussehen und besondere Eigenarten. Na und?

Die Geschichte spielt mit Vergleichen. Lässt sie dennoch nichtig und unbedeutend dastehen. Denn ist es nicht viel wichtiger, dass jeder so sein darf, wie er möchte? Akzeptanz und Respekt. Darum geht es!

Auf jeder Doppelseite befindet sich ein im Kreuzreim verfasster Vierzeiler. Erst auf den letzten beiden Seiten mutiert das Buch zur Einschlafhilfe: alle Menschenkinder und Tiere sind des Vergleichens müde geworden und schlafen erschöpft zusammen auf dem Sofa ein. So entspannt. So richtig.

Alle sind HeldInnen und alle sind besonders. Jeder auf seine spezielle Art.

„Wir sind glücklich und zufrieden. Alle gleich und doch verschieden.“ Gut so!

Leben und leben lassen. In diesem Buch hübsch verpackt und gut vorgelebt.

Anja Kuypers
 

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Ich bin fast genau wie du

Karl Newson

Thienemann Verlag (2020)

Bilderbuch

ab 3 Jahren

32 Seiten

ISBN 978-3522459228

ca. Preis 13 €

Seepferdchen sind ausverkauft“ von Katja Gehrmann, Moritz Verlag (2020)

 

Ein unterhaltsames Buch!

Sehr erfrischend, dass Geschichten nicht immer mit einer bahnbrechenden Moral punkten müssen.

In diesem Fall erfährt ein Mädchen nicht die Menge Aufmerksamkeit ihres Vaters, die es sich vielleicht gewünscht hätte. Er arbeitet viel im heimischen Büro und hat kaum Zeit, sich um die Belange seiner Tochter zu kümmern. Aus diesem Grund stimmt er ihrem sehnlichsten Wunsch nach einem Haustier ohne Bedenken zu und überlässt ihr – unglücklicherweise- ausreichend Bares, um sich im Zoogeschäft umzuschauen. Dass sie vielerlei unterschiedliche Tiere kauft, die sie fortan in der Familie aufs Herzlichste begrüßt, konnte der Vater nicht ahnen. Dabei spielen die anfängliche Maus und der süße Welpe noch die harmlosesten Rollen. Selbst als ein Pinguin und ein Seehund die lustige Runde ergänzen, bemerkt der Vater noch nichts. So sehr ist er in seine Arbeit vertieft. Das Mädchen aber ist rundum glücklich und erlebt so einiges mit ihren neuen Mitbewohnern.

Erst als der Vater den Computer ausschaltet und die Augen wieder auf seine Tochter richtet, fällt ihm die abstruse Haustierschar auf. Wie wird er reagieren?

Eine wirklich lustige Geschichte, die so bunt ist, auf andere Weise unterhält und wunderschöne Illustrationen beinhaltet.

Sie kommt ohne den erhobenen Zeigefinger aus – macht einfach nur Spaß. Danke.

 

Anja Kuypers

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Seepferdchen sind ausverkauft

Katja Gehrmann

Moritz Verlag (2020)

Bilderbuch

ab 5 Jahren

48 Seiten

ISBN 978-3895653919

ca. Preis 14 €

Die Lichter von Paris“ von Thilo Krapp, Gerstenberg Verlag (2020)

 

Mit Lesen dieses Buches katapultieren wir uns in die vorletzte Jahrhundertwende. Wir schreiben das Jahr 1900 und in Paris findet derzeit die Weltausstellung statt. Mit gut 48 Millionen Besuchern gehört sie nach wie vor zu den berühmtesten Spitzenreitern und stellt für die damaligen Verhältnisse und Transportmöglichkeiten einen absoluten Rekord dar.

Die Geschichte handelt von Émile, der mit seiner Mutter die Ausstellung besucht. Gemeinsam erkunden sie das Gelände, bevor sie den Vater und Ehemann im Elektrizitätspalast besuchen möchten. In einem der übervollen Pavillons wird Émile von seiner Mutter getrennt. Auf der Suche nach ihr und dem Elektrizitätspalast, wo sein Vater arbeitet und auf ihn wartet, begegnet er vielen Menschen und erlebt die Messe auf besondere Art. Zu Lande, zu Wasser und in der Luft versuchen seine erwachsenen Helfer ihn zu unterstützen. Dummerweise gehen währenddessen sämtliche Lichter auf dem Ausstellungsgelände aus. Die Besucher fürchten sich.

Nun muss der Elektrizitätspalast ganze Arbeit leisten. Wird die Weltausstellung wieder strahlen und die Menschen von der Wichtigkeit des elektrischen Lichtes überzeugen können?

Ein tolles Buch, das an den Aufbruch in eine neue Ära erinnert. Eine Zeit mit bahnbrechendem Erfinderreichtum und enormer Willenskraft. Die Welt wird elektrifiziert.

Die LeserInnen erfahren viel Wissenswertes im Anhang des Buches. Auch darüber hinaus bedient sich der Autor manch tatsächlich stattgefundenem, historischem Ereignis, welches er in die Geschichte flechtet.

Wunderbar in Szene gesetzt und illustratorisch bestens untermalt, ist das großformatige Bilderbuch eine Bereicherung für die Literaturszene.

 

Anja Kuypers

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Die Lichter von Paris

Thilo Krapp

Gerstenberg Verlag (2020)

Bilderbuch

ab 8 Jahren

40 Seiten

ISBN 978-3958541535

ca. Preis 20 €

Julian ist eine Meerjungfrau“ von Jessica Love, Knesebeck Verlag (2020)

 

Julian befindet sich mit seiner Großmutter auf dem Nachhauseweg in einer Bahn. Er blättert in einem Buch. Zunächst wird nicht deutlich, ob er sich in die Geschichte fantasiert oder die drei Meerjungfrauen, die mit ihm in der Bahn sitzen, real sind. Denn: “Julian LIEBT Meerjungfrauen“. So träumt er sich noch während der Fahrt in die Unterwasserwelt und wünscht, er wäre ebenso grazil und wendig mit den Fischen unterwegs.

Zu Hause angekommen lässt die Großmutter Julian für einen Moment alleine. Er nutzt die Chance und verwirklicht seinen Traum. Julian verkleidet sich und schnell mutieren die gepflückten, großformatigen Blätter der Wohnzimmerpflanze zum Kopfschmuck. Der Vorhang wird kurzerhand zum Meerjungfernschwanz. Julian ist glücklich. So wollte er schon immer aussehen.

Die Reaktion der Großmutter ist überwältigend anders als sie zurückkehrt. Statt Julian zurecht zu weisen, weil er sich ungefragt an der Einrichtung bedient hat, geht sie auf ihn ein, ergänzt seine Verkleidung um ein weiteres Accessoire und unternimmt mit ihm einen Ausflug zu einer Parade. Nun wird deutlich, dass Julian in der Bahn nicht fantasiert hat. Denn die ganze Stadt ist auf den Beinen und schaut sich Meerjungfrauen an.

Mit wenig Text und pointierten Illustrationen wird dieses Buch, mit ausnahmslos dunkelhäutigen Figuren, zu etwas Besonderem. Wie viel deutlicher kann Diversität und Toleranz in einem Bilderbuch platziert werden? Vermutlich kaum.....

Die Großmutter – stets mit dem Blick für das Wesentliche und als große Stütze im Leben ihres jungen Enkels. Sie sorgt dafür, dass er seinen Traum verwirklichen kann. Gibt ihm Halt in einer Welt, in der Andersartigkeit immer noch als Handicap gesehen wird.

Mache Deine Träume wahr – egal, was andere sagen.

„Komm, wir gehen mit!“, sagt sie und gemeinsam sind sie Teil der farbenprächtigen Meerjungfrauen-Parade. Vieles könnte so einfach sein! Das Buch bringt es auf den Punkt!

 

Anja Kuypers

 

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Julian ist eine Meerjungfrau

Jessica Love

Knesebeck Verlag (2020)

Bilderbuch

ab 4 Jahren

32 Seiten

ISBN 978-3957283641

ca. Preis 13 €

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© Anja Kuypers